Fraktion GRÜNE im Landtag von Baden-Württemberg

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6. September 2010

Grünspecht: Liebt Hochstammobstbäume / Gisela Splett: „Streuobst-Produktvermarktung besser fördern“

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Bild: ©Tom Dove

Mit einer zwölfteiligen, monatlichen Serie machen die Grünen auf gefährdete Arten und ihre Lebensräume aufmerksam. "Wir sind stolz darauf, dass wir für unsere Serie das Logo sowohl der weltweiten Kampagne "Countdown 2010" als das Logo für das Internationale Jahr der Biodiversität verwenden dürfen.

Europas größte Streuobstbestände finden sich bei uns in Baden-Württemberg, im Vorland der Schwäbischen Alb. 30.000 ha der landesweit ca. 130.000 ha Streuobstwiesen finden sich hier. Unser Land hat damit eine herausragende Verantwortung für diesen Lebensraum und seine ganz besonders hohe biologische Vielfalt. In Deutschlands Streuobstwiesen tummeln sich über 5.000 Tier- und Pflanzenarten, gibt es rund 3.000 Obstsorten. "Damit sind Streuobstwiesen "Hot spots" der Biologischen Vielfalt", so die umweltpolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion, Gisela Splett.
Kreative Ideen zum Schutz des gefährdeten Lebensraumes, von dem Baden-Württemberg in den 1950er Jahren noch über 300.000 ha existierten, gehen insbesondere von Umweltverbänden wie NABU und BUND aus, häufig in Kooperation mit Keltereien. So haben eine Kelterei und Umweltverbände in der Hohenlohe den Grünspecht zum "Markenvogel" für ihre Streuobstprojekte erhoben. Auf Apfelsaft, Apfelschorle, Apfelmost, Apfelessig und Apfel-Holundersaft prangt dieser auffällige Vogel, der in Baden-Württemberg bevorzugt in Streuobstwiesen brütet. Die Produkte stammen aus Streuobstwiesen, die ohne Einsatz synthetischer Behandlungsmittel behandelt werden. Dies gilt schon seit 1996 bundesweit als der "Minimalkonsens" all derjenigen, die sich mit der Vermarktung von Streuobstprodukten beschäftigen.
Bruthöhlen zimmert der Grünspecht übrigens grundsätzlich nur in Hochstamm-Obstbäume; Halbstämme haben keine Chance bei ihm. Profiteure der Grünspechthöhlen und damit genauso abhängig vom Hochstamm ist eine ganze Vielfalt gefährdeter Arten: Gartenrotschwanz und Steinkauz, Hornissen und Wildbienen, Siebenschläfer und Bechsteinfledermaus.
Auch wenn die Vermarktung von Streuobstprodukten für den Erhalt der Wiesen von großer Bedeutung ist: Nicht nur die Aufgabe der Streuobstwiesen, sondern auch die Umwandlung der Wiesen in Baugebiete ist eine der Hauptursachen für den Rückgang der Flächen. Die CDU-FDP-Landesregierung aber verweigert den von den Grünen geforderten Biotopschutz. Gleichzeitig unterstützt sie Anträge, mit denen "Apfelsaft aus Streuobstwiesen" zwar EU-weit geschützt, dabei aber die Bemühungen der Streuobstvermarkter unterlaufen werden sollten: Synthetische Pestizide und Dünger sollten erlaubt sein, ebenso die Beimischung von Plantagenobst. Verbraucherzentrale und Umweltverbände haben dieses Vorhaben zum Glück stoppen können.
Die blühenden Landschaften der Streuobstwiesen besitzen auch für Erholung und Tourismus im Ländle große Bedeutung.  "Es liegt sowohl an der Landesregierung als auch an den Verbraucher/innen und ihrer Entscheidung für Streuobstprodukte, ob es gelingt, diese attraktiven und vielfältigen Kulturlandschaften zu erhalten", so Splett.

Zum Schutz von Grünspecht & Co fordern die GRÜNEN im Landtag:

  • Ausrichtung der obstbaulichen Förderprogramme auf Hochstamm-Obstbäume und die Bewirtschaftung ohne Einsatz synthetischer Behandlungsmittel
  • Bessere und zielgerichtete Unterstützung von Initiativen, die Streuobst getrennt erfassen und als 100%ige Streuobst-Produkte vermarkten
  • Unterschutzstellen von Streuobstbestände ab 30 Hochstamm-Obstbäumen im Zuge des Biotopschutzschutzes (§ 32 Naturschutzgesetz)
  • Bestätigen und Unterstützen der nationalen Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung, die bis 2015 eine Ausweitung naturschutzfachlich wertvoller Agrarbiotope wie Streuobstwiesen um mindestens 10 % gegenüber 2005 erreichen will

Quellen/Links:
www.Wikipedia.de > Grünspecht
www.Streuobst.de
www.landtag-bw.de/WP14/Drucksachen/2000/14_2337_D.PDF
www.landtag-bw.de/WP14/Drucksachen/5000/14_5669_D.PDF

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