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Viele bäuerliche Betriebe sind aufgrund des Preisdumpings für landwirtschaftliche Produkte heute auf ein zweites Standbein angewiesen. Im ländlichen Raum bietet sich da für manche Familienbetriebe die Einkommensquelle "Urlaub auf dem Bauernhof". Agrarminister Köberle besuchte in dieser Woche zwei Betriebe mit Direktvermarktung sowie den Ferienring Schwäbische Alb.
Während er die Arbeit der Betriebe als gelungene Beispiele pries, sieht das Reinhold Pix, tourismuspolitischer Sprecher der Grünen im Landtag, ganz anders: die gegenwärtige Agrarpolitik der Landesregierung drohe den Ferienanbietern den Boden ihrer Einkünfte zu entziehen. Der Preiskampf zwinge immer mehr Bauern zu agroindustriellen Produktionsweisen, was die Urlaubslandschaften zerstöre. Zurück bleibt, so Pix, eine Agrarsteppe: "Wo noch vor wenigen Jahrzehnten in abwechslungsreichen Landschaften Obsthochstämme, Hecken und Feldraine blühten, da blüht den Urlaubsbetrieben in Zukunft das Ausbleiben der Gäste."
Pix konstatiert: "Ohne den Durchhaltewillen der Bauern und Bäuerinnen hätten viele Betriebe längst einpacken müssen. Die desaströsen Folgen einer lediglich auf die Agroindustrie ausgerichteten Landwirtschaftspolitik sind mittlerweile überall abzulesen: an wachsenden Schäden durch Monokulturen und fehlender Fruchtfolge wie dem Maiswurzelbohrer und letztlich auch am Ausmaß des Höfesterbens in Baden-Württemberg." Pix forderte Landwirtschaftsminister Rudolf Köberle erneut auf, die Agrarförderung in die zweite Säule umzuschichten, wodurch eine bäuerliche und umweltschonende Landbewirtschaftung ermöglicht würde.