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PRESSEMITTEILUNG

NR. Art 08
Datum: 5. August 2010

Fluss-Seeschwalbe: Langstrecken-Zugvogel, auf der Reise und auch in Baden-Württemberg gefährdet - Gisela Splett: „Mehr ungestörte Rastplätze für Zugvögel“

Bio-Divers-Logo

Bio-Divers-Flussseeschwalbe

Bild: ©Tom Dove

Mit einer zwölfteiligen, monatlichen Serie machen die Grünen auf gefährdete Arten und ihre Lebensräume aufmerksam. "Wir sind stolz darauf, dass wir für unsere Serie das Logo sowohl der weltweiten Kampagne "Countdown 2010" als  das Logo für das Internationale Jahr der Biodiversität verwenden dürfen.

Die grüne Serie für Baden-Württemberg

Teil 8/12 – August 2010

Die Fußball-WM in Südafrika ist vorbei – gleichzeitig beginnen Millionen von Vögeln in Europa, sich auf den Weg nach Afrika zu machen. In der Weltspitze der Weitstrecken­zieher befindet sich die Fluss-Seeschwalbe. Von Europa nach West- oder Südafrika und wieder zurück – das sind häufig über 20.000 km jährlich. Ungestörte Rastplätze und keine Gefährdungen auf ihrem langen Zugweg sind daher für Fluss-Seeschwalben überlebensnotwendig. Dieser rotfüßige und rotschnäblige Vogel, der in Baden-Württemberg früher weit verbreitet war und heute fast ausgestorben ist, steht exemplarisch für alle Zugvögel und deren Gefährdung.
Zu Recht kritisieren wir die Jagd in vielen Mittelmeerstaaten auf Zugvögel. Zugvögel - von den Seeschwalben über den Kuckuck bis zum Weißstorch - benötigen ungestörte Flussauen, Wälder und Grünlandflächen – ohne Jagd und ohne Pestizid­einsatz, um zwei gravierende Gefährdungsursachen in Afrika wie in Europa herauszugreifen.
Gisela Splett, die naturschutzpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, kritisiert daher: "Das Land Baden-Württemberg tut zu wenig für die Renaturierung der Gewässer und Auen, es lässt Jagd in Schutzgebieten und sogar auf geschützte Zugvogelarten wie die Waldschnepfe zu und verweigert sich einem Pestizidreduktionsprogramm."
Zugvögel leiden zudem zunehmend unter der "Lichtverschmutzung". Straßenlampen, Werbung und Laserstrahlen führen zu einem Verlust der Nacht. Kraniche kreisen über nachts beleuchteten Großstädten, weil ihr jahrtausendealter "Zugvogelkompass" durcheinander gebracht wird und sie den Sternenhimmel nicht mehr wahrnehmen. Viel kritischer als bisher und gleichzeitig als Beitrag zum Klimaschutz ist zu überprüfen, wo und in welchem Umfang nächtliche Beleuchtungen wirklich erforderlich sind.
Und nicht zuletzt sterben bis heute insbesondere große Vögel wie Störche und Uhus an Stromleitungen. Auch in Baden-Württemberg gibt es immer noch Defizite bei der Umsetzung des Bundesnaturschutzgesetzes, welches die komplette Entschärfung vogel­gefährlicher Mittelspannungsleitungen bis 2012 vorschreibt. Hier ist die Landesregierung gefordert, dafür Sorge zu tragen, dass die Energieversorger die Anlagen fristgerecht komplett umrüsten.

Zum Schutz von Fluss-Seeschwalbe & Co fordern die GRÜNEN im Landtag:

  • Schnellere Umsetzung der ökologischen Maßnahmen des Integrierten Rheinprogramms und der naturnahen Gewässerentwicklung landesweit
  • Einrichtung von Wildruhezonen in den Naturschutzgebieten Baden-Württembergs
  • Pestizidreduktionsprogramm mit konkreten Reduktionszielen
  • Reduzierung der "Lichtverschmutzung"
  • Vogelschutzeinrichtungen an allen Stromleitungen inklusive Bahnstrecken

Quellen/Links:
Flussseeschwalbe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Fluss-Seeschwalbe
www.fachdokumente.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/50111/nprnat05.pdf?command=download Content&filename=nprnat05.pdf(S. 22)

Jagd:
www.landtag-bw.de/wp14/drucksachen/2000/14_2107_d.pdf 

Lichtverschmutzung:
www.landtag-bw.de/wp14/drucksachen/3000/14_3167_d.pdf
www.wgl.de/?nid=pubbiodiv&nidap=&print=0 . (Zwischenruf Nr. 2/2009: Verlust der Nacht)

Stromtod:
www.landtag-bw.de/wp14/drucksachen/2000/14_2528_d.pdf
www.gisela-splett.de/Presse/Presse-Stromtod.htm
www.NABU.de/TiereundPflanzen/Voegel/Forschung/Stromtod/00664.html