
NR. Art 07
Datum: 5. Juli 2010


Mit einer zwölfteiligen, monatlichen Serie machen die Grünen auf gefährdete Arten und ihre Lebensräume aufmerksam. "Wir sind stolz darauf, dass wir für unsere Serie das Logo sowohl der weltweiten Kampagne "Countdown 2010" als das Logo für das Internationale Jahr der Biodiversität verwenden dürfen.
Die grüne Serie für Baden-Württemberg
Teil 7/12 – Juli 2010
Gisela Splett: "Bunte FFH-Wiesen wirksamer schützen"
Die dunkelbraunen und dunkelblauen Schmetterlinge mit den charakteristischen schwarzen Punkten fliegen von Mitte Juni bis Mitte August auf nährstoffarmen Nasswiesen, auf denen der große Wiesenknopf wächst. Wie der Name verrät, ist der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling auf seine Wirtspflanze angewiesen. Wenn die Raupen die Blütenköpfe von innen aufgefressen haben, lassen sie sich fallen und warten, bis Ameisen sie in deren Bau tragen. Die Schmetterlingsraupen, die in der Lage sind, den Nestgeruch der Ameisen zu imitieren, werden von den Ameisen wie die eigene Brut gepflegt. Sie überwintern im Ameisenbau und verpuppen sich dort im Frühjahr. Dieser sehr spezialisierte schöne Schmetterling ist somit auf eine einzige Pflanzenart und das Vorkommen von Ameisen in den Nasswiesen angewiesen. Dies ist nur ein Beispiel für die komplizierten Wechselbeziehungen zwischen Arten und Lebensräumen sowie deren naturnaher Nutzung. Der Schutz solcher Lebensräume ist Ziel des EU-weiten Netzes "Natura 2000", das durch die Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH-Richtlinie) und die Vogelschutzrichtlinie umgesetzt wird.
Tatsächlich aber geht das artenreiche Grünland, gehen die bunten FFH-Wiesen in Baden-Württemberg massiv zurück. Der Nutzungswandel in der Landwirtschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten sowohl nährstoffarme Nasswiesen als auch trockenere artenreiche Mähwiesen verschwinden lassen. Gisela Splett, die naturschutzpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, fordert daher: "Die Managementpläne der FFH-Lebensräume müssen schneller umgesetzt und anschließend kontinuierlich kontrolliert werden. Nur so kann der Verlust unserer Biologischen Vielfalt gestoppt werden."
Die Umsetzung von EU-Recht scheitert in Baden-Württemberg auch daran, dass die Naturschutzverwaltung des Landes finanziell und personell schlecht ausgestattet ist. Die Landwirtschaftspolitik hat zu lange auf Produktionssteigerung statt auf die Stärkung naturschutzverträglicher Produktionsweisen und den Erhalt kleinbäuerlicher Betriebe gesetzt.
Auch die Verwendung von gebietsheimischem Saatgut statt Einheitssaatgut bei Wildschäden oder Bodenarbeiten im Grünland ist immer noch nicht Standard. Der Stickstoffeintrag und somit die Düngung aus der Luft gefährdet zusätzlich die nährstoffarmen Biotope.
Zum Schutz von Dunklem Wiesenknopf-Ameisenbläuling & Co fordern die GRÜNEN im Landtag deshalb
Quellen/Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Dunkler_Wiesenknopf-Ameisenbl%C3%A4uling
www.landtag-bw.de/WP14/Drucksachen/4000/14_4316_d.pdf
www.landtag-bw.de/WP14/Drucksachen/5000/14_5372_d.pdf
www.landtag-bw.de/WP14/Drucksachen/1000/14_1480_d.pdf
www.landtag-bw.de/WP14/Drucksachen/4000/14_4195_d.pdf
www.lnv-bw.de/nl09-9/TuttlingerErklaerung.pdf
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