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8. Juni 2010

Die Kleine Flussmuschel: Wasser ist Leben – Gisela Splett: „EU-Vorgaben helfen Gewässer- und Naturschutz“

Bio-Divers-Flussmuschel

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Mit einer zwölfteiligen, monatlichen Serie machen die Grünen auf gefährdete Arten und ihre Lebensräume aufmerksam. "Wir sind stolz darauf, dass wir für unsere Serie das Logo sowohl der weltweiten Kampagne "Countdown 2010" als  das Logo für das Internationale Jahr der Biodiversität verwenden dürfen.

Die grüne Serie für Baden-Württemberg

Teil 6/12 – Juni 2010

Die Kleine Flussmuschel: Wasser ist Leben

Gisela Splett: "EU-Vorgaben helfen Gewässer- und Naturschutz"

Die Kleine Flussmuschel (Unio crassus), auch Gemeine Flussmuschel  oder Bachmuschel genannt, war noch in den 1950er Jahren weit verbreitet. Bis zu 30 Jahre alt wird diese Muschel in Mitteleuropa. In weiten Teilen Europas – und auch Baden-Württembergs – ging die Flussmuschel stark zurück - teils um über 90 Prozent. Daher ist sie in den Anhang der EU-Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) als besonders geschützte Tierart aufgenommen. Vorkommen existieren in Baden-Württemberg nur noch in einzelnen Gewässern in Oberschwaben, entlang des Neckars und Mains und im mittelbadischen Rheingebiet.
Was braucht die Kleine Flussmuschel zum Überleben? Saubere, schwebstoffarme Gewässer mit weniger als 10 Milligramm Nitrat/Liter und sandiger bis kiesiger Sohle sowie die "richtigen", nämlich natürlich vorkommenden Fischarten wie Elritze, Döbel, Groppe oder Rotfeder. Denn die aus den Eiern schlüpfenden Muschellarven heften sich an geeignete Wirtsfische an. Nach 20 bis 30 Tagen des Parasitentums fallen sie ab und entwickeln sich in vier Jahren zu erwachsenen Muscheln.
Gewässerverbauung, Nährstoffeinträge aus Regenüberläufen und der Landwirtschaft, sowie der Besatz von Bächen durch Fischarten wie die Regenbogenforellen gefährden die Flussmuschel. Aufgrund ihrer Lebensraumansprüche gilt sie als "Zeigerart" für naturnahe Gewässer.
Was tut die Landesregierung? Umweltministerin Tanja Gönner hat mitgeteilt, dass Baden-Württemberg die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie nicht bis 2015 schaffen wird, sondern erst 2027 erreichen wird. Im April 2010 hat der Landesrechnungshof auf die Finanzierungslücke bei der Umsetzung dieser Richtlinie und auf drohende Strafgelder der EU hingewiesen. Die umweltpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Dr. Gisela Splett, moniert: "Naturnahe Gewässer sind in Baden-Württemberg Mangelware – und mit der Umsetzung notwendiger Maßnahmen geht es viel zu langsam voran. Was wir brauchen ist eine Neuausrichtung der Wasserwirtschaft, die stärker als bisher auf Ökologie und Naturnähe setzt." Dies käme vielen Tier- und Pflanzenarten, die in und an Gewässern leben, zu Gute. Dort wo es noch "Kleine Flussmuscheln" gibt, sollten die Populationen durch Schutz- und Optimierungsmaßnahmen gesichert und gestärkt werden."

Im Sinne von Flussmuschel & Co fordern die GRÜNEN im Landtag deshalb

  • Schnellere Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie als von der Landesregierung geplant
  • Stärkere Förderung des Öko-Landbaus sowie anderer Formen der Landwirtschaft mit geringem Nitrateinsatz
  • Unterstützung gemeinsamer Projekte von Fischerei und Naturschutz zur Optimierung der Gewässer in fischereibiologischer Hinsicht
  • Montoring-Programm und gezielte Schutz- und Optimierungsmaßnahmen für die noch vorhandenen Populationen

Quellen/Links:

  • www.landtag-bw.de/WP14/Drucksachen/3000/14_3695_D.pdf
  • www.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/15357/fliessgewaesser_als_lebensraum.pdf?command=downloadContent&filename=fliessgewaesser_als_lebensraum.pdf (S. 32ff)
  • http://de.wikipedia.org/wiki/Bachmuschel

    Bild © Michael Zettler

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