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Mit einer zwölfteiligen, monatlichen Serie machen die Grünen auf gefährdete Arten und ihre Lebensräume aufmerksam. "Wir sind stolz darauf, dass wir für unsere Serie das Logo sowohl der weltweiten Kampagne "Countdown 2010" als auch das Logo für das Internationale Jahr der Biodiversität verwenden dürfen.
Die grüne Serie für Baden-Württemberg
Teil 4/12 – April 2010
Küchenschelle: Lila Tupfer in Wacholderheiden und Magerrasen
Gisela Splett: "Gesetzliche Vorgaben für Naturschutz umsetzen"Lila Tupfer in eher bräunlich-unscheinbarem Grasland – das sind die im Frühjahr blühenden Küchenschellen. Magerrasen und Wacholderheiden erkennt man mühelos schon aus der Ferne. Auch ohne die auffälligen Wacholdersträucher fallen Mager- oder Halbtrockenrasen auf: Nicht saftig grün wie das meiste Grünland sehen sie aus, sondern eher bräunlich-unscheinbar, kurzhalmig und lockerwüchsig. Genau hingeschaut, sind sie allerdings besonders bunt.
Denn neben den Küchenschellen blühen dort besonders viele Orchideen. Und sie sind ein Eldorado für Insekten: Zahlreiche gefährdete Schmetterlings-, Wildbienen-, Heuschrecken- und Schwebfliegenarten leben dort. Sie alle sind hauptsächlich dort zu finden, wo ungünstige Bodenbedingungen herrschen und der Mensch wenig oder nicht gedüngt hat.
Um Magerrasen und Wacholderheiden zu schützen und ihre Verbuschung zu verhindern, müssen die Flächen regelmäßig gepflegt werden – am besten durch eine naturverträgliche Beweidung. Dies erfordert die Möglichkeit für die Schäfer, im Rahmen von Wanderschäferei oder Hütehaltung täglich wechselnde Flächen zu bewirtschaften.
Magerrasen und Wacholderheiden gelten heute als gefährdete Biotoptypen. Dabei sind sie Teil unserer Kulturlandschaft, die seit dem Mittelalter durch die Beweidung der Wälder auf ärmeren Böden entstanden ist, indem allmählich aus dicht geschlossenen Waldbeständen aufgelockerte, parkähnliche Landschaften oder sogar weitgehend gehölzfreie Flächen wurden. Heute kümmern sich Schäfer und Naturschützer um Nutzung und Pflege der noch vorhandenen Flächen, die kaum mehr betriebswirtschaftlich genutzt werden können.
Fehlende Landschaftspflegemittel sorgten im Jahr 2009 für lautstarke Proteste von Seiten der Landkreise und der Umweltverbände. Nachträglich vom Landwirtschaftsministerium bereit gestellte Mittel führten zwar zu einer Abmilderung der letztjährigen Konflikte, die grundsätzliche Problematik besteht aber weiterhin: insgesamt ist der Naturschutz, dem weniger als 1 Promille des Landeshaushalts zur Verfügung steht, unterfinanziert. Zusätzliche Aufgaben wie Natura 2000 oder das Biosphärengebiet Schwäbische Alb müssen aus dem ohnehin schmalen Budget bezahlt werden. Hinzu kommt eine mangelnde Planungssicherheit, wenn die Naturschutzbehörden erst im Sommer erfahren, welche Landschaftspflegemittel ihnen für das Jahr zur Verfügung stehen.
Viele Gemeinden und Kreise im Land haben eigene Kulturlandschaftsprogramme entwickelt. EU-Vorgaben (sog. EU-de-minimis-Regelung) haben die Arbeit für die Kommunen stark verkompliziert. Es wäre hilfreich, wenn das Land im Gegensatz zu seiner bisherigen Blockadehaltung einen Sammelantrag für die wichtigsten Pflegeprogramme wie diejenigen für Wacholderheiden und Magerrasen, Streuobstwiesen sowie Ackerrandstreifen bei der EU einreichen würde.
Im Sinne von Küchenschelle & Co fordern die GRÜNEN im Landtag deshalb
Quellen/Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Trockenrasen
www.landtag-bw.de/wp14/drucksachen/2000/14_2161_d.pdf
www.landtag-bw.de/WP14/Drucksachen/4000/14_4195_d.pdf
www.landtag-bw.de/wp14/drucksachen/4000/14_4316_d.pdf
www.landtag-bw.de/wp14/drucksachen/4000/14_4560_d.pdf
www.landtag-bw.de/wp14/drucksachen/5000/14_5372_d.pdf