Springe direkt zu: Contentbereich, Hauptnavigation, Suche
Sie sind hier:
Schreckensnachrichten über getötete, misshandelte und vernachlässigte Kinder lösen seit Jahren Wut, Furcht und Betroffenheit aus. Auch In Baden-Württemberg hat die Anzahl der Kindesmisshandlungen in den letzten Jahren signifikant zugenommen. Die Kriminalstatistik weist einen Anstieg der Fälle von 221 im Jahr 2000 auf 288 im Jahr 2005 aus.
Auch die Zahl der Familien, die Erziehungshilfen in Anspruch nehmen, ist bundesweit seit dem Jahr 2000 um 54 Prozent gestiegen, in Baden-Württemberg stieg sie sogar im gleichen Zeitraum um 69,9 Prozent. In diesen Familien, die besonderen Belastungen und Risiken ausgesetzt sind, bestehen Überforderungssituationen, die im schlimmsten Fall zu Kindesmisshandlung oder gar -tötung führen können.
Die nicht abreißende Serie dramatischer Vorfälle ist Anlass dafür, die bestehenden Strukturen aber auch die Vorschläge und Maßnahmen der Landesregierung zur Verbesserung des Kinderschutzes auf den Prüfstand zu stellen. In anderen europäischen Ländern, insbesondere in Skandinavien, gibt es bereits effektive Strukturen im Kinderschutz wie etwa ein flächendeckendes System von Familienhelferinnen im Bereich der primären und sekundären Prävention. Auch verschiedene Kommunen in Deutschland, wie etwa Dormagen, leisten bereits seit Jahren eine vorbildliche Arbeit im Kinderschutz durch den präventiven Einsatz von Familienhebammen.
Wichtig ist daher, wissenschaftliche Erkenntnisse und Wissen aus der Praxis fruchtbar zusammenzuführen, um ein abgestimmtes und effektives Konzept für den Kinderschutz in Baden-Württemberg zu entwickeln, das auf bestehenden Instrumenten aufbauen kann. Vermehrte Anstrengungen sowie differenzierte und abgestimmte Schritte sind angesichts der strukturellen Defizite unumgänglich, um Vernachlässigung und Missbrauch von Kindern durch präventive Maßnahmen zu verhindern bzw. frühzeitig zu erkennen.
Darüber hinaus ist nach den politischen Maßnahmen und Rahmenbedingungen zu fragen, die für einen effektiven Kinderschutz entscheidend sind.
Wir laden Sie herzlich ein, an dieser Anhörung teilzunehmen, mitzudiskutieren und Ihre Erfahrungen einzubringen
Brigitte Lösch, MdL
Familienpolitische Sprecherin
Programm
10.30 Begrüßung
Brigitte Lösch, MdL, familienpolitische Sprecherin
10.40 Dr. Reinhild Schäfer
Nationales Zentrum Frühe Hilfen, Köln
"Bausteine für ein Gesamtkonzept
präventiver Kinderschutz im Bereich Früher Hilfen"
11.00 Heinz Hilgers
Bürgermeister in Dormagen
Präsident des Kinderschutzbundes
"Aufsuchende Hilfen in der Praxis"
11.30 Prof. Dr. Jörg Fegert
Universitätsklinikum Ulm,
Kinder- und Jugendpsychiatrie
Impulsreferat zum Modellprojekt"Guter Start ins Kinderleben"
11.50 Dr. med. Andreas Oberle
Pädiatrisches Zentrum Stuttgart, Olgahospital
"Verletzungen in der frühen Kindheit und langfristige Auswirkungen"
12.10 Abschlussdiskussion
Wir freuen uns auf Ihr Kommen
und bitten um Anmeldung bei:
Büro Brigitte Lösch, MdL
brigitte.loesch@gruene.landtag-bw.de
Telefon: 0711/2063-670
oder Fax: 0711/2063-660
www.bawue.gruene-fraktion.de