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Bericht
Klimaschutzkongress 'Lokal Handeln!' – Klimaschutz in der Kommune
am 31. Januar 2009 in Stuttgart

Dass Klimaschutz im Zeiten der Wirtschaftskrise nicht mehr interessiert wurde am Samstag, den 31.01.09 in Stuttgart eindrucksvoll widerlegt: Über 220 vorwiegend kommunalpolitisch Aktive berieten bei unserem Klimaschutzkongress unter dem Titel 'Lokal Handeln' über kommunale Möglichkeiten, den Klimawandel zu begrenzen.
Begrenzen heißt dabei entsprechend der zentralen Aussagen der IPCC-Statusberichte den durchschnittlichen Globalen Temperaturzuwachs 2° C nicht übersteigen zu lassen. Eine Chance dieses Ziel zu erreichen – auch das ein Ergebnis bzw- eine Forderung von IPCC – haben wir nur dann, wenn es gelingt die globalen CO2-Emissionen bis 2050 um mindestens 50% zu reduzieren. Für die Industrienationen auf der Nordhalbkugel bedeutet dies sogar, dass wir bei den Treibhausgasen eine Reduktion um mindestens 80% erreichen müssen.

Führende Klimaschützer: Boris Palmer, Dieter Salomon, Winfried Kretschmann
Nun klingt ja 2050 wie noch ein ganzes Stück Zeit hin. Aber mit dem Wissen, dass die bisherigen CO2-Einsparungen in Deutschland vor allem dem Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft geschuldet sind, kann man den momentanen Stand nur so beschreiben: "Der Fortschritt ist eine Schnecke."
Seit 1990 haben wir den CO2-Ausstoss – wie gesagt, im Wesentlichen durch den ökonomischen Zusammenbruch der Ex-DDR – um 21% reduzieren können. Bis zum Jahr 2020 – und somit in weniger als 11 Jahre – müssen wir aber nochmals rund 20% CO2-Minderung erbringen, um das von der Bundesregierung beschlossene ehrgeizige Ziel – nämlich eine Reduktion der CO2-Emissionen um 40% gegenüber dem Kyotobasisjahr 1990 – bis 2020 zu erreichen. Das wiederum heißt, wir müssen unsere Anstrengungen auf allen Feldern der CO2-Minderung – und dies sind nun einmal die Bereiche Energieeffizienz, Energieeinsparung und den Ausbau der Erneuerbaren Energien, gegenüber dem bisherigen Tempo intensivieren.
Bei der Umsetzung dieser Ziele –spielen die Kommunen eine ganz zentrale Rolle. Vor diesem Hintergrund haben wir die Tagung entwickelt und sind darin am Samstag bestärkt worden. Vor Ort bieten sich vielfältige Handlungsfelder.
Das sind
• die Energieversorgung und Energieerzeugung,
• das Energiemanagement und die energetische Sanierung kommunaler Liegenschaften,
• die Bau- und Wohnungspolitik,
• das gesamte kommunale Beschaffungswesen,
• die Verkehrsgestaltung und des Verkehrsangebot (incl. des eigenen Fuhrparks!)
• und schließlich Beratungs- und Dienstleistungsangebot für die Einwohner und die örtliche Wirtschaft
In den Vorträgen von
gab es dazu jede Menge Anregungen und Beispiele.
Der Bremer Umweltsenator Reinhard Loske und die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner debattierten abschließend über den besten Weg, wie die Bundesländer die Kommunen bei diesen Aufgaben unterstützen können.

Mahlzeit...
Für uns bleibt festzuhalten: Jetzt in den Klimaschutz investieren bedeutet nicht nur unsere Städte und Gemeinden auch für die kommenden Generationen lebenswert zu gestalten, es heißt auch uns unabhängiger von unsicheren Energieeinfuhren, von sich dem Ende zuneigender fossiler Energieträger zu machen. Und es heißt mittelfristig gesehen, die kommunalen Kassen von teueren Energierechnungen zu entlasten.
Kommunaler Klimaschutz lohnt sich also in mehrfacher Hinsicht und ohne die Kommunen werden wir die anspruchsvollen Klimaschutzziele nicht erreichen. Einer der Gründungsväter der Ökologiebewegung, Robert Jungk, dessen Todesjahr sich in diesem Jahr zum 25 mal jährt hat einmal gesagt:
"wir leben in der Epoche des Noch-Möglichen. ...Es ist eine enorme Chance, dass man in einer solchen Zeit lebt, wo die Fehler der alten Zeit ganz deutlich werden und wo eine neue Zukunft entworfen werden kann."
Unsere Aufgabe sollte es sein diese Chance nicht ungenutzt an uns vorbeiziehen zu lassen. Der Klimaschutzkongress sollte und konnte dazu hilfreiche Anregungen liefern.
