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"Quoten und Qualität müssen kein Gegensatz sein", Peter Boudgoust versuchte als Intendant des SWR und Vorsitzender der ARD die Wogen auf der medienpolitischen Anhörung der Grünen Landtagsfraktion zu glätten. Der medienpolitische Sprecher der Grünen Jürgen Walter erklärten zunächst den Diskutierenden und dem Publikum das Ziel der Anhörung mit dem Titel "Idiotenstadl ist überall, oder wo bleibt die Qualität im deutschen Fernsehen?" Endlich sollten auch mal diejenigen zu Wort kommen, die mit Film und Fernsehen befasst sind und sich Qualität auf die Fahnen geschrieben haben.

Jürgen Walter, medienpolitischer Sprecher der Grünen
Der Intendant des ZDF-Theaterkanals und Leiter der neugegründeten Theaterakademie Wolfgang Bergmann stellt von vorne rein klar: Die Fernsehwährung ist die Quote, das ist nicht wünschenswert, aber Realität." Einer, der davon ein Lied singen kann, ist der Schauspieler Kai Wiesinger, einer der renommiertesten seines Fachs, wie ihn Moderator Tillmann Gangloff vorstellte. Trotz der Absetzung seiner Serie "Die Anwälte" bei RTL nach nur einer Folge, sei er dem Privatsender nicht im Geringsten böse: "Immerhin konnten wir die Serie mit RTL realisieren." Nachdem sie die ARD erworben hatte, läuft sie derzeit montagabends in der ARD. Die Quote ist aber auch hier nur mäßig, was Boudgoust auf eine Vielzahl von Gründen zurückführte, auch auf die harte Konkurrenz, die durch den ZDF-Fernsehfilm der Woche existiert.

Moderator Tilmann P. Gangloff (li.), Wolfgang Bergmann (M.) und Peter Boudgoust (r.)
Der wiederum - wie es der Zufall so wollte – war vor drei Wochen von Niki Stein entwickelt und gedreht worden und "Die Frau aus dem Meer" reüssierte mit einem ordentlichen Erfolg auch quotenmäßig, was wiederum zu Lasten der Anwälte ging.

Kai Wiesinger über Quoten und Privat-TV
Niki Stein, einer der renommiertesten deutschen Filmemacher und mehrfacher Grimmepreisträger sieht den deutschen TV-Film aus einem guten Weg. Stein: "Wir bekommen häufiger als früher auch schwierige Stoffe durch."
Schließlich stellte sich die Frage, weshalb so viele TV-Zuschauer nonfiktionale Stoffe schauen, Wolfgang Bergmann beklagte, dass Jugendliche in Fernsehsendungen öffentlich "gedisst" werden, und er verwendete den Begriff "dissen" mit Absicht. Um Gewalt und Moral, Werte und Niveau entspann ich eine lebhafte Debatte, wobei auch das Boulevard-Format "Brisant" in die Kritik geriet. Fernsehen und Realität, bildet das Fernsehen die Realität ab, oder leistet das Fernsehen unmoralischem und gewalttätigem Handeln Vorschub. Viele Teilenehmer aus dem Publikum stimmten den Podium zu, dass es einen Zusammenhang geben muss, der Nährboden dafür ist in unserer Gesellschaft gelegt.
Die nächste medienpolitische Veranstaltung der Landtagsgrünen wird sich im Frühjahr mit dem Thema "Jugend und Medien" auseinandersetzen.