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Mit über 300 Teilnehmern war der 4. Sonntagsspaziergang des Kurpfälzer Bündnisses gegen Gentechnik in der Landwirtschaft "BürGenLand" am heutigen Sonntag in Ladenburg die bisher größte Aktion. Hauptredner der Abschlusskundgebung war der Vorsitzende der Grünen im Bundestag Fritz Kuhn, der ein Ende der Freilandversuche mit Genmais forderte und der Agroindustrie und der Bundesregierung vorwarf, zugunsten von kurzfristigen Profitinteressen natürliche landwirtschaftliche Produktionsbedingungen zu zerstören. Die baden-württembergischen Landtagsabgeordneten der Grünen Theresia Bauer und Uli Sckerl beteiligten sich aktiv an dieser Aktion. Beide unterstützen regelmäßig die Aktivitäten des Bürgerbündnisses.

Die Sprecher von BürGenLand, Alexander Spangenberg und Florian Knappe bilanzierten die diesjährigen Aktivitäten des Bürgerbündnisses als äußerst erfolgreich. Für 2009 hat man sich fest vorgenommen, dass weitere Genmaisversuche in Ladenburg auf jeden Fall verhindert werden. Am Rande eines Protestmarsches direkt zum Versuchsfeld griffen mit Schlagstöcken bewaffnete russische Wachleute mehrere Teilnehmer der Veranstaltung tätlich an. Auch Uli Sckerl wurde attackiert (s. Foto, Uli Sckerl ist von hinten auf der rechten Seite zu sehen). Ein Journalist wurde körperlich attackiert und es wurde versucht, ihm die Kamera zu entreißen. Das war ein eindrucksvoller Beweis für die Aussage der verantwortlichen Landwirtschaftsministerien des Bundes und Landes, die Wachleute seien nicht bewaffnet, und Übergriffe auf Bürger habe es nie gegeben. Fritz Kuhn und Uli Sckerl kündigten an, dass die skandalösen Vorgänge eine parlamentarische Untersuchung im Bundes- und Landtag nach sich ziehen werden. Jetzt gibt es auch zum ersten Mal Angaben über die Kosten, die dem Steuerzahler durch die Feldbewachung entstehen. Durch eine Anfrage der grünen Bundestagsfraktion hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Einzelheiten genannt. Es gibt danach einen Vertrag mit einem Wachdienst aus Baden-Baden von Mai bis zur Ernte. Das Security-Unternehmen erhält pro Mann einen Stundensatz von 15,.50 Euro. Bei knapp 5 Monaten Bewachung rund um die Uhr entstehen Kosten von rund 115.000 Euro. Bei dieser Schätzung ist die Zahl des eingesetzten Personals mit 2 tagsüber und 4 in der Nacht niedrig angesetzt, denn wahrscheinlich sind es mehr Wachleute. Wohlgemerkt: Über 100.000 Euro Steuergelder werden für wenige Freiland-Wertprüfungen einer völlig veralteten Genmais-Sorte, die kein Landwirt weit und breit anbauen oder verfüttern will und die von der großen Bevölkerungsmehrheit abgelehnt werden, buchstäblich verschwendet.