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Mit riesigen Dominosteinen, die mit Fotos bedrohter Tierarten bedruckt waren, demonstrierten die beiden Grünen-Landesvorsitzenden Petra Selg und Daniel Mouratidis gemeinsam mit Gisela Splett, umweltpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, den Zusammenhang zwischen Klimaschutz und dem Schutz der biologischen Vielfalt. „Wenn eine Tier- oder Pflanzenart ausstirbt, kommt ein gefährlicher Dominoeffekt in Gang: Weitere Arten verschwinden, da sie in einer Nahrungskette voneinander abhängen. Diesen Dominoeffekt müssen wir aufhalten“, erklärte Selg.
Die Grünen forderten deshalb die Landesregierung auf, eine Politikwende für einen besseren Artenschutz in Baden-Württemberg einzuleiten. „Im Land gelten etwa 40 Prozent der Tier- und Pflanzenarten als gefährdet. Die Landesregierung muss deshalb endlich aufwachen. Die derzeitigen Ausgaben für den Natusschutz liegen bei weniger als 0,1 Prozent des Landeshaushalts – hier muss viel mehr gemacht werden. Denn einmal ausgestorbene Pflanzen- und Tierarten sind unwiederbringlich verschwunden – künftige Generationen werden nur so viel biologische Vielfalt vorfinden, wie wir erhalten“, sagte Mouratidis.

Flächenfraß stoppen
Für Splett ist der „Aktionsplan Biologische Vielfalt“ der Landesregierung vor allem Ankündigungspolitik: „Der Aktionsplan reicht nicht aus. Die Landesregierung muss endlich wirksame Maßnahmen für den Schutz der gefährdeten Arten und Lebensräume einleiten.“ Splett forderte ein kohärentes landesweites Konzept für den großflächigen Naturschutz, das unterschiedliche Schutzgebiete und Biotope vernetzt. Außerdem müsse der massive Flächenverbrauch gestoppt werden: „Die Landesregierung muss endlich dafür sorgen, dass in Baden-Württemberg nicht weiterhin mehr als 10 Hektar Fläche am Tag verbraucht und so wichtige ökologische Lebensräume zerstört werden.“
Öko-Landbau statt Gentech
Selg sprach sich außerdem gegen Gentechnik in der Landwirtschaft aus: „Agro-Gentechnik ist nicht nur wegen möglicher Gefahren für die menschliche Gesundheit inakzeptabel, sondern auch weil sie die biologische Vielfalt und den Anbau von nicht genmanipulierten Pflanzen gefährdet.“ Ökologische Landwirtschaft hingegen sei gleichzeitig auch naturverträgliche Landwirtschaft. Die Landesregierung solle deshalb auch aus Artenschutzgründen den Umstieg auf ökologischen Landbau fördern. Darüber hinaus forderte Selg, die Naturschutzverwaltung im Land zu stärken und personell und finanziell besser auszustatten.
Klimaschutz ist Artenschutz
Mouratidis forderte vom Land zudem mehr Engagement beim Kampf gegen den Klimawandel, da die globale Erwärmung eine Hauptbedrohung für die biologische Vielfalt sei: „Klimaschutz ist auch Artenschutz. Der Klimawandel und das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten sind untrennbar miteinander verbunden. Deshalb brauchen wir gerade auch für den Erhalt der Biodiversität eine konsequentere Klimaschutzpolitik.“
Splett machte darüber hinaus deutlich, dass auch im Wald Handlungsbedarf besteht. „Wir brauchen deutlich mehr Wälder, die einer natürlichen Entwicklung überlassen werden. Unter intensiver forstwirtschaftlicher Nutzung leidet die Artenvielfalt.“ So sei beispielsweise ein Aussterben des Auerhuhns in Baden-Württemberg zu befürchten. „Wenn es nicht bald gelingt, dem Auerhuhn durch eine angepasste Waldwirtschaft genügend geeignete Lebensräume bereit zu stellen, dann wird dieser Hühnervogel aus dem Schwarzwald verschwinden wie Birk- und Haselhuhn vor ihm“, warnte Splett. Der Auerhuhnaktionsplan der Landesregierung sei nicht zielführend. „Insgesamt“, so Splett, „müssen die Biodiversitätsziele auch im Wald stärker berücksichtigt werden.“