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"Weit mehr als Döner und Pizza! MigrantInnen als Unternehmer – ein Standortvorteil für Friedrichshafen" - unter diesem Titel lud die grüne Landtagsfraktion mit den Abgeordneten Edith Sitzmann, wirtschaftspolitische Sprecherin, und Siegried Lehmann, Sprecher für Aus- und Weiterbildung, ins SEEhotel in Friedrichshafen zu einem Expertengespräch mit der IHK Bodensee-Oberschwaben sowie dem Unternehmerverband Alb-Donau (ADUV). " Baden-Württemberg ist das Flächenland mit dem höchsten MigrantInnenanteil. Die Region Friedrichshafen hat einen Ausländeranteil von 13%. Weit neben den von Wirtschaft und Politik geforderten Fachkräften braucht das Land auch Unternehmer, denn die schaffen Arbeitsplätze. Wir GRÜNE wollen Baden-Württemberg zum Gründerland machen. Daher müssen auch die Potentiale hier lebender BürgerInnen mit Migrationshintergrund ausgeschöpft werden", so Edith Sitzmann.
"Zugleich wird es immer weniger Arbeitsplätze für an- und ungelernte Arbeitskräfte geben. Daher muss das Problem der Bildungsintegration endlich von der Landesregierung angegangen werden. Integration in die Arbeitswelt gelingt nur durch eine gute Bildung, Aus- und Weiterbildung. Sie sind der Schlüssel zum Erfolg", so Siegfried Lehmann weiter.
Die Bedeutung von Sprache und Bildung als wichtige Integrationsfaktoren betonte auch Karl Hagen, Geschäftsbereichsleiter für Weiterbildung der IHK Bodensee-Oberschwaben.

Bei Unternehmen von MigrantInnen denken fast alle gleich an den klassischen Dönerstand oder Pizzaservice. Weit gefehlt, denn die so genannte "Migrantenökonomie" liefert ein vielfältiges und volkswirtschaftlich relevantes Bild: Bundesweit wurden im Jahr 2005 rund 300.000 Unternehmen von MigrantInnen geführt mit mehr als einer Million MitarbeiterInnen. Allein in Baden-Württemberg wurden im Jahr 2005 17 Prozent der neuen Einzelunternehmen gegründet bzw. 28 Prozent der Betriebe von MigrantInnen übernommen.
Die grüne Landtagsfraktion hat bereits im Sommer 2007 als Auftaktveranstaltung zu diesem Thema eine große öffentliche Anhörung im Landtag veranstaltet und erstmals alle beteiligten Akteure aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft versammelt. Erkennbar wurde dort, dass das Land bereits seit Jahren Angebote an Existenzgründer anbietet, diese jedoch nur zögerlich angenommen werden, da sie die Zielgruppe der Unternehmer mit Migrationshintergrund nicht erreichen. Als Folge dieser Anhörung veranstaltet die Fraktion GRÜNE jetzt Expertengespräche in einzelnen Kommunen, wie am Freitag in Friedrichshafen, um auf die wirtschaftliche Bedeutung dieses Themas hinzuweisen. "Der Prototyp des Unternehmers mit Migrationshintergrund ist jung, dynamisch und ungeplant. Daher ergreifen Immigranten immer häufiger die Initiative und gründen eigene Unternehmensverbände, um als Lotsen zu fungieren", so Önder Kurt, Geschäftsführer der Unternehmerverbandes Alb-Donau (ADUV). ADUV plant die Gründung einer Zweigstelle des Verbandes in Friedrichshafen.
Als Fazit der Veranstaltung stellten die Abgeordneten Lehmann und Sitzmann fest:
"Die beste Wirtschaftsförderung, die das Land und die Kommunen betreiben können, ist eine gute Bildungspolitik."