Fraktion GRÜNE im Landtag von Baden-Württemberg

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14. Januar 2008

Kämpfer gegen Gentechnik in der Landwirtschaft

Alternativer Nobelpreisträger bei Veranstaltung der grünen Landtagsfraktion

Knapp 100  Zuhörer waren am 11. Januar in das Foyer des Fraktionssitzungssaals der Grünen im Landtag gekommen. Percy Schmeiser, kanadischer Bauer und Träger des Alternativen Nobelpreises war den weiten Weg von Bruno, Saskatchewan gekommen, um über seinen Kampf gegen den Agro-Gentechnik-Konzern Monsanto und die Gefahren gentechnisch veränderter Organismen in der Landwirtschaft zu berichten. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Fraktionsvorsitzenden Winfried Kretschmann und den agrarpolitischen Sprecher Dr. Bernd Murschel schilderte der 77-jährige eindrucksvoll seine Erfahrungen mit aggressiven Geschäftspraktiken des Konzerns.

 

Percy Schmeiser 1

Der Fraktionsvorsitzende Winfried Kretschmann begrüßt das Publikum...


Schmeisers Felder wurden, nachdem Monsanto 1996 genmanipulierten Raps einführte, durch Pollenflug mit diesem kontaminiert. Im August 1998 wurde Schmeiser – der sein Saatgut stets selbst züchtete – von Monsanto verklagt, das von ihnen patentierte Saatgut widerrechtlich angebaut zu haben und verlangte umgerechnet 100.000 Euro. Doch der engagierte Landwirt ließ sich von dem Saatgut-Multi nicht einschüchtern, zahlte nicht und ging bis vor das Oberste Bundesgericht in Kanada.

 

 

Percy Schmeiser 2

...und Percy Schmeiser berichtet von seinem eindrucksvollen Kampf gegen Monsanto


Vor dem Hintergrund der Erfahrungen in Zentralkanada betonte Schmeiser immer wieder, dass in seinen Augen eine Koexistenz von konventioneller und Gen-Landwirtschaft nicht möglich sei. Es seien keine Mindestabstände denkbar, die vor einer Verunreinigung der Nachbarfelder schützen könnten. "No coexistence – keine Koexistenz" war sein Fazit.Eine Position, die schon lange von den Grünen im Landtag geteilt wird. Bernd Murschel kritisierte vor diesem Hintergrund nochmals die Haltung der Landesregierung, die das Leitbild der Koexistenz konventioneller und GVO-Landwirtschaft weiterhin aufrechterhalte.

 

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