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29. Dezember 2010

Renate Rastätter: Keine Akzeptanzverbesserung für die neue Werkrealschule

Grüne: Abstimmung mit den Füßen geht weiter

Rastätter, Renate-neu

Die Übergangsquoten in die weiterführenden Schularten zum Schuljahr 2010/11 (siehe Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes 455/2010 vom 29.12.2010) zeigen deutlich, dass die Abstimmung mit den Füßen im dreigliedrigen Schulsystem in Baden-Württemberg weitergeht. Die bildungspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag Renate Rastätter: „Allen großspurigen Ankündigungen von der neuen „Leuchtturmschule“ im Baden-Württembergischen Bildungswesen zum Trotz zeigen die Zahlen: Die neue Werkrealschule als Weiterentwicklung des Bildungsgangs Hauptschule findet keine Akzeptanz bei den Eltern in unserem Land.“ Selbst die perfekte Vermarktungs- und Kommunikationsstrategie von Kultusministerin Schick könne nicht verhindern, dass fast 23 % der Eltern Widerspruch gegen verpflichtende Haupt- und Werkrealschulempfehlung eingelegt haben. Die Grünen verlangen deshalb, dass in einem ersten Schritt wenigstens unverzüglich die Notenhürde in der neuen Werkrealschule nach der 9. Klasse abgeschafft wird und den Eltern die Wahl zwischen der Realschule und der Werkrealschule frei gestellt wird.
Klar werde außerdem, dass trotz des achtjährigen Gymnasiums ein mit über 40 % hoher Anteil der Eltern ausdrücklich nach der Grundschule eine Schulart wünscht, in der auf jeden Fall gymnasiale Standards unterrichtet werden. Dennoch ist die Zahl von rund 17 % der Eltern, die trotz gymnasialer Empfehlung für ihr Kind die Realschule wählen, sehr hoch. Renate Rastätter. „Das macht deutlich, dass viele Eltern Angst vor einem Scheitern ihres Kindes am Gymnasium haben. Die Grünen verlangen deshalb, dass das Gymnasium systematisch zur Schule der individuellen Förderung weiterentwickelt wird.“ Das Gymnasium müsse flächendeckend Angebote der rhythmisierten Ganztagsschule erhalten, in der zusätzliche Übungszeiten, Hausaufgaben sowie erweiterte Bildungsangebote auf hohem Niveau angeboten werden.
Für die Grünen zeigen die neuen Übergangszahlen überdeutlich, dass die Probleme unseres Schulwesens mit seiner überkommenen Orientierung an drei Begabungstypen nicht gelöst werden können. „Statt immer nur an den Symptomen der Probleme mit dem Überstülpen neuer Strukturreformen von oben zu kurieren, muss endlich eine Schulentwicklung von unten zugelassen und gefördert werden“, forderte Renate Rastätter. Immer mehr Eltern wünschten sich eine Schule, die ihr Kind individuell fördere und die Bildungsstandards auf unterschiedlichen Niveaus anbiete. Anträge von Schulen und Kommunen lägen dazu vor.

Info:
http://www.statistik-bw.de/Pressemitt/2010455.asp

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