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Die Grünen im Landtag von Baden-Württemberg freuen sich darüber, dass die Leistungen der deutschen Schülerinnen und Schüler sich bei der PISA-Studie 2009 in Mathematik und Naturwissenschaften verbessert haben. Allerdings gelingt es vielen OECD-Ländern vergleichbarer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Situation, die Potentiale ihrer jungen Menschen besser zu fördern und höhere Leistungen zu erzielen. Daher können die nationalen Ergebnisse der PISA-Studie 2009 nicht zufriedenstellen.
„Bedrückend ist darin die nach wie vor starke Koppelung zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg“. sagte Renate Rastätter, schulpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag. Bei einem Anteil von SchülerInnen mit Migrationshintergrund von 33 % in Baden-Württemberg sei das Entkoppeln des Zusammenhangs zwischen sozialer Herkunft und Bildungsgerechtigkeit nach wie vor die größte Herausforderung. Selbst wenn man die Beruflichen Gymnasien mit einbeziehe, hätten SchülerInnen mit Migrationshintergrund deutlich geringere Bildungschancen. Das Statistische Landesamt weise nach, dass auch an den Beruflichen Gymnasien SchülerInnen mit Migrationshintergrund unterrepräsentiert sind.
Zur Verbesserung der Chancengerechtigkeit müsse in Baden-Württemberg vor allem ein umfassendes und qualitativ hochwertiges Konzept der Sprachförderung ab dem 1. KiTa-Jahr ausgebaut werden. Eine Schnellbleiche mit Sprachkursen ab dem 4. Lebensjahr bis vor der Einschulung komme zu spät und greift viel zu kurz.
Wertschätzung für die Vielfalt - konsequente Förderung von Stärken.
Auffällig sei, dass diese Wertschätzung für Vielfalt in den erfolgreichsten Ländern und davon abgeleitet die individuelle Förderung eine erheblich höhere Rolle spielt als in Deutschland, speziell in Baden-Württemberg. Die individuelle Förderung muss die althergebrachte Orientierung an homogenen Gruppen, wie sie durch das dreigliedrige Schulsystem suggeriert werden, ersetzen. Die Fixierung auf die Institutionen des dreigliedrigen Schulsystems mit Bildungsangeboten auf drei unterschiedlichen Niveaus blockiere die Chance, neue Lernkonzepte mit konsequenter individueller Förderung in neuen integrativen Schulformen zu erproben. Rastätter: Diese Blockaden müssen endlich auch in Baden-Württemberg aufgelöst werden.“
Um SchülerInnen mit Migrationshintergrund anzuspornen und Vorbilder zu geben, fordern die Grünen ein Programm zur Gewinnung von Lehrkräften mit Migrationshintergrund umzusetzen. Zudem müssen Tandemlehrkräfte mit Migrationshintergrund im Unterricht eingesetzt werden. Einen wichtigen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit leisteten nachweislich Ganztagsschulen.
Eine neue Studie (Steg-Studie) hat nachgewiesen, dass nur bei einem qualitativ hochwertigen pädagogischen Konzept bessere Lernergebnisse erzielt werden. Die Grünen fordern deshalb, dass die Ganztagsschulen ausgebaut und qualitativ weiterentwickelt werden müssen. Rastätter: „Das vorwiegende Modell in Baden-Württemberg „Unterricht am Vormittag und ehrenamtliche Betreuung am Nachmittag“ muss abgelöst werden durch ein rhythmisiertes Konzept mit zusätzlichem qualifiziertem Personal.“