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Renate Rastätter, schulpolitische Sprecherin der Grünen, forderte Kultusministerin Schick auf, dass allen Schülern in Baden-Württemberg ein 10. Schuljahr ermöglicht wird. Die Notenhürde nach der 9. Klasse der Werkrealschule müsse abgeschafft werden, denn sie setzte Schülerinnen und Schüler unter einen psychischen Auslesedruck, den es an den anderen Schularten aus guten Gründen nicht gibt. Für die Grünen gibt es zudem keinen Grund, an der begrifflichen Unterscheidung Hauptschule / Werkrealschule festzuhalten, da ohnehin beiden Hauptschulbildungsgängen das Bildungskonzept der Werkrealschule zugrunde liegt. „Wir unterstützen daher die vielen einzügigen Hauptschulen, die „Werkrealschulen mit externem zehnten Schuljahr“ werden wollen. Mit begrifflicher Klarstellung können auch bei Partnerschulkonzepten die wohnortnahen kleinen Schulen besser gesichert werden“, so Renate Rastätter.
Dennoch unterstreichen die Grünen, dass alle Herumbastelei der Kultusministerin die Probleme des untauglichen Werkrealschulkonzepts nicht kuriert. Eine höhere Akzeptanz für die Werkrealschule können die Grünen bislang nicht erkennen: „Noch nie war der Widerspruch gegen eine Hauptschul-/Werkrealschulempfehlung so hoch wie für das Einführungsjahr der neuen Werkrealschule 2010/11. Alle bisherigen Fakten sprechen dafür, dass es aufgrund der demographischen Entwicklung und der Abstimmung mit den Füßen weg von der Haupt-/Werkrealschule zu einem massiven Sterben von Schulstandorten im ländlichen Raum kommen wird. Nur durch die Genehmigung und Förderung von integrativen Schulformen im ländlichen Raum kann das Ausbluten von Schulstandorten im Land aufgehalten werden. Es liegen seit einigen Jahren sowohl attraktive pädagogische Konzepte als auch Anträge von vielen Kommunen auf die Genehmigung neuer Schulmodelle vor. Wir erleben derzeit in Nordrhein-Westfalen mit einer Grünen Kultusministerin, dass eine solche Schulentwicklung von unten sehr erfolgreich umgesetzt wird. Anträge auf Gemeinschaftsschulen sind v.a. von CDU-Bürgermeistern gestellt werden.“