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Die Grünen im Landtag fordern sowohl von der EnBW als auch von Umweltministerin Gönner (CDU) schnelle Aufklärung darüber, wie es zu mindestens einem defekten Brennelement im Atomkraftwerk Philippsburg I gekommen ist. „Wenn die EnBW so erhebliche Schäden an den Brennelementen befürchtet, dass sie Philippsburg I ganz herunterfährt, muss sie erklären, ob ihre Qualitätsprüfungen für Brennelemente noch ausreichend sind“, sagte der energiepolitische Sprecher und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Franz Untersteller. Schließlich würden die Brennelemente überprüft, bevor sie in den Reaktorkern eingebaut würden.
„Nicht nur die EnBW trägt Verantwortung für die Qualität der eingebauten Brennelemente, sondern auch die Atomaufsicht. Umweltministerin Tanja Gönner muss zügig erklären, wie sie als zuständige Ministerin den Defekt in Philippsburg bewertet und ob sie die Qualitätsanforderungen an Brennelemente erhöhen muss“, so Untersteller. Er wies darauf hin, dass der Betreiber EnBW offensichtlich einen größeren Schaden am Reaktorkern befürchtet und alle Brennelemente unter hohen Kosten kontrollieren wird. Untersteller: „Damit steht in Frage, ob es gerechtfertigt ist, das defekte Brennelement weiterhin als Störfall der Kategorie null einzustufen. Dazu erwarte ich eine zügige Information der Öffentlichkeit von der EnBW und Umweltministerin Gönner.“
Die EnBW hatte am 17. Juni 2010 Meldung zum defekten Brennelement gemacht. Dieses Ereignis wurde vorläufig als Kategorien N (Normalmeldung) und INES 0 (keine oder geringe sicherheitstechnische Bedeutung) eingestuft. Mit dem vollständigen Herunterfahren von Philippsburg I seit diesem Wochenende und der Ankündigung, die Brennelemente zu überprüfen, nimmt die EnBW erhebliche Gewinneinbußen und reale Kosten in Kauf. Dies deutet darauf hin, dass das Unternehmen einen massiven Schaden am Reaktorkern von Philippsburg I befürchtet.