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Die Landtagsfraktion der Grünen erkennt trotz der zusätzlichen Lehrerstellen für die Absenkung des Klassenteilers weiterhin großen Handlungsbedarf, um die Lernbedingungen an unseren Schulen zu verbessern. „Die Verteilung nach dem Klassenteiler schafft massive Ungerechtigkeiten, weil es einzig vom Zufall der Schülerzahlen abhängt, ob z.B. an einer Grundschule Klassen von 15 SchülerInnen oder aber von 27 SchülerInnen eingerichtet werden“, so die schulpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag Renate Rastätter. „Es wird auch künftig passieren, dass ausgerechnet eine Schule mit hohem Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund große Klassen bilden muss, das geht auf Kosten unzureichender individueller Förderung.“
Das könne nur verhindert werden, wenn die Lehrerstunden effizient und gerecht eingesetzt werden. Dazu gehöre die Festlegung von maximalen Klassengrößen von 23 Schülern an der Grundschule und 26 Schülern an weiterführenden Schulen sowie die Zuweisung von Lehrerstunden nach einem Sozialindex, wie er auch von Seiten der Arbeitgeberverbände gefordert wird. Ebenso wichtig ist für die Grünen auch die Einbeziehung von Heilpädagogen an den Grundschulen sowie Sonderpädagogen und Sozialpädagogen an den weiterführenden Schularten.
Im Gegensatz zur Landesregierung bestreiten die Grünen, dass durch die Einführung der Werkrealschule mehr Bildungsgerechtigkeit für die Schülerinnen und Schüler erreicht werde. „Die Werkrealschule als Zukunftsvision ist nichts als ein frommer Wunsch der Ministerin“, so Rastätter. „Harte Realität ist dagegen, dass viele Schulstandorte im ländlichen Raum durch die neue Werkrealschule und das starre Festhalten der Landesregierung am gegliederten Schulsystem von der Schließung bedroht sind.“ Das könne die Ministerin ebenso wenig wegdiskutieren wie die weiteren Mängel im Konzept der neuen Werkrealschule wie u.a. die zu Recht kritisierte Notenhürde nach Klasse 9 und die derzeit noch völlig unausgegorene Verzahnung mit den Berufsfachschulen.
Rastätter: „Ministerin Schick verkündet, moderne Bildungspolitik könne nur den Rahmen liefern, der Praktikern vor Ort größte Handlungsspielräume öffnet. Wir Grüne fordern sie auf, dann endlich zukunftsweisende Neuerungen und pädagogisch sinnvolle Schulentwicklung von unten zuzulassen, dazu gehört, dass neue integrative Modellschulen nicht mehr länger blockiert werden dürfen.“