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27. Juli 2010

Werner Wölfle: „Nachrechnen und nachdenken statt Nebel werfen und durchzocken“

Grüne SMA-Studie zu Stuttgart 21: Forderung nach einem Moratorium für Stuttgart 21 am Donnerstag im Landtag

Wölfle, Werner

„Die Untersuchungen der renommierten Schweizer Verkehrsexperten der Firma SMA+ Partner, die heute von den Projektgegnern im Detail öffentlich wurden, haben unmissverständlich sämtliche Schwachpunkte von Stuttgart 21 schonungslos bloßgelegt“, so der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Landtag Werner Wölfle. „Als Fazit muss man konstatieren: Stuttgart 21 ist eine Anhäufung von Engpässen, die gravierende Konsequenzen hat. Fahrplantechnische Zwänge der Planungen führen dazu, dass teilweise weniger Züge als heute fahren können, sich Fern- und Nahverkehr an mehreren Punkten gefährlich in die Quere kommen und sogar Fahrzeitverlängerungen auf einigen Linien in Kauf genommen werden müssen. Wir haben es nicht nur mit einer finanziellen Katastrophe zu tun, sondern mit einem verkehrstechnischen GAU. Stuttgart 21 ist teuer UND sinnlos.“
Bezeichnend ist, dass die vor zwei Jahren vorgelegte Studie so brisante Resultate brachte, dass einerseits Stillschweigen vereinbart wurde und andererseits die Schweizer Firma mit der Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten nicht mehr beauftragt wurde. Werner Wölfle: „Wer nicht die gewünschten Ergebnisse bringt, ist schnell aus dem Rennen, egal wie hoch die Kompetenz ist. Dies wirft auch ein schlechtes Licht auf die deutschen Gutachter und Experten, die immer wieder die Machbarkeit des Betriebsprogramms und des gewollten Fahrplans attestierten.“
Erschreckend ist für die Grünen auch, dass die Vorschläge von SMA weitgehend ignoriert wurden. Wölfle: „Da die vorgelegten Ankündigungen der Direktvergaben und Ausschreibungen für Stuttgart 21 genau den Linienkonzepten entsprechen, die SMA für ihre Studie zur Grundlage hatten, wird auch deutlich, dass an der Grundkonzeption nichts mehr verändert wurde.“
Hätte man auf Grund der SMA-Resultate die Gleiskonzeption verändert und damit die Engpässe beseitigt, hätte dies eine Kostenexplosion zur Folge gehabt, die im Vorfeld der Finanzierungsvereinbarung unerwünscht war, so Wölfle. Bis heute hat sich die Landesregierung geweigert, die SMA-Studie wie von den Grünen seit 2009 gefordert zu veröffentlichen.
Wölfle: „Alles, aber auch alles spricht für ein Moratorium – nachrechnen, nachdenken, Alternativen suchen, nicht durchzocken, abwiegeln und Nebel werfen. Die Frage ist, ob diese Landesregierung noch die Kraft dazu hat.“

Info:
Die Ergebnisse der sma-Studie sind veröffentlicht unter:
http://www.kopfbahnhof-21.de/index.php?id=534

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