Fraktion GRÜNE im Landtag von Baden-Württemberg

Springe direkt zu: ContentbereichHauptnavigationSuche


Logo-grün

ServiceNavigation


Suche


Hauptnavigation


Sie sind hier:

 
  1. Startseite
  2. Presse aktuell 2010 
  3.  Pressemitteilung

26. Juli 2010

Siegfried Lehmann: „Fachkräftemangel erfordert breite Öffnung des Ausbildungssystems für alle Schülerinnen und Schüler“

Grüne fordern bessere Durchlässigkeit

Lehmann, Siegfried

Siegfried Lehmann, Sprecher der Grünen Landtagsfraktion für berufliche Bildung, erteilt der Forderung des Handwerkstags, berufliche Gymnasien und Berufskollegs nicht weiter auszubauen, um das duale System aufzuwerten, eine Absage: „Der Fachkräftemangel in Baden-Württemberg erfordert, dass wir allen Schülerinnen und Schülern einen breiten Zugang zu einer Ausbildung ermöglichen müssen. Duale Ausbildung wird nicht durch mangelnde Alternativen attraktiver, sondern durch eine bessere Durchlässigkeit zum Hochschulsystem und eine verbindliche Anerkennung der vollzeitschulischen Ausbildungsleistungen der Berufsfachschulen und Berufskollegs.“
Laut einer jüngst veröffentlichten McKinsey-Studie fehlen in Baden-Württemberg bereits bis zum Jahr 2020 125.000 Ingenieure. Nach Ansicht der grünen Landtagsfraktion ist es daher zwingend erforderlich, dass im Land alle Chancen ergriffen werden, zusätzliche Potenziale zu nutzen. „Das berufliche Gymnasium stellt einen wichtigen Weg für junge Menschen zu einem ingenieurwissenschaftlichen oder naturwissenschaftlichen Studium dar. Dieser Weg muss aus unserer Sicht daher deutlich gestärkt werden. Ohne einen weiteren Ausbau der beruflichen Gymnasien wird die Landesregierung ihr hoch gestrecktes Ziel, bis 2020 125.000 Ingenieurstellen zu besetzen, nicht erreichen können!“, so Siegfried Lehmann. Auch der Forderung nach einem Rückfahren des vollzeitschulischen Ausbildungsplatzangebots erteilt Lehmann eine Absage: „Ich teile die Forderung des Handwerkskammertags, dass sich Ausbildungsinhalte der vollzeitschulischen Ausbildungsgänge stärker an den berufspraktischen Inhalten orientieren müssen. Dies bedeutet jedoch, dass es eine deutlich stärkere Verzahnung zwischen vollzeitschulischen und dualen Ausbildungsgängen geben muss – eine schlichte Abschaffung von Berufskollegs führt nicht zu einer Attraktivitätssteigerung der dualen Ausbildung!“
Diese könne eher durch eine bessere Verzahnung der der Berufskollegs und Berufsfachschulen mit der dualen Berufsausbildung und eine obligatorische Verknüpfung der dualen Ausbildung mit dem Erreichen der Fachhochschulreife erreicht werden, so Lehmann: „Es braucht einen verbindlichen Durchgang zwischen der Berufsausbildung und dem Hochschulbereich. Ich unterstütze daher die Kammern, welche fordern, dass die Fachhochschulreife während der Berufsausbildung erlangt werden kann. Allerdings muss dies aus meiner Sicht konsequenterweise berufsbegleitend erfolgen – nicht in zusätzlichen Schulstunden am Wochenende. Es braucht hierfür eine Freistellung für die zusätzlichen Unterrichtsstunden vom Ausbildungsbetrieb.“
Unterstützen kann Lehmann darüber hinaus die Forderung des Handwerkskammertags, dass Landesfachklassen und Bundesfachklassen stärker als bisher vom Land unterstützt werden müssen: „Die Kürzung der Leertagezuschüsse war hierbei absolut das falsche Signal und wirkt deutlich ausbildungshemmend.“
Darüber hinaus fordert Siegfried Lehmann, dass eine stärkere Berufsorientierung durch eine passgenaue Jugendberufshilfe bereits frühzeitig an allen allgemeinbildenden Schulen eingeführt werden muss: „Wir brauchen alle Schülerinnen und Schüler. Wir können es uns schlicht nicht leisten, dass junge Menschen auf dem Weg ins Erwerbsleben verloren gehen. Und hierfür müssen wir alle zur Verfügung stehenden Maßnahmen nutzen.“

Zusätzliche Information