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9. Juli 2010

Franz Untersteller: „Wunsch nach Strom-Autarkie wird in Zukunft mehr denn je energiepolitische Traumtänzerei“

Grüne zur Vorstellung des Energieberichts 2010

Untersteller, Franz

„Mit seinem Wunsch nach Strom-Autarkie für Baden-Württemberg betreibt der Wirtschaftsminister energiepolitische Traumtänzerei “ – so kommentiert der energiepolitische Sprecher der Grünen im Landtag Franz Untersteller die heute von Wirtschaftsminister Pfister anlässlich der Vorstellung des Energieberichts 2010 gemachten Ausführungen.
Fakt sei nun einmal, dass die Energiemärkte bereits seit Jahren europaweit liberalisiert sind und die Erneuerbaren Energien besonders in Norddeutschland bzw. im Offshore-Bereich massiv ausgebaut werden. Beides - so Untersteller - nützt unserer Volkswirtschaft. Eine AKW-Laufzeitverlängerung könne die Entwicklung, dass Baden-Württemberg in Zukunft verstärkt Strom aus dem Norden der Republik bezieht, allenfalls hinauszögern, mehr aber auch nicht.
Strom-Autarkie für Baden-Württemberg ist und bleibt eine Fiktion. „Mit diesem Ziel geht Pfister an den wirklichen energiepoltischen Herausforderungen völlig vorbei. Wir brauchen mehr Strom aus Erneuerbaren Energien sowohl aus Baden-Württemberg als auch bei dem Strom, den wir importieren“, so Untersteller. Entscheidend hierfür sei die Windkraft, deren Anteil am Stromverbrauch sich seit 1998 bundesweit verzehnfacht habe. „Die Investitionsbedingungen für Windkraft in Baden-Württemberg sind immer noch miserabel. Laut seinem eigenen Energiekonzept will Pfister von derzeit 0,7% Windkraftanteil bis 2020 auf gerade einmal 1,7% der Bruttostromerzeugung kommen. Das Nachbarland Rheinland-Pfalz liegt bereits heute schon bei einem Anteil von rund 6,5%. Die neue Landesregierung im Industrieland Nordrhein-Westfalensteigerte ihren Anteil  von 3% auf 15%.
Untersteller wies außerdem auf die wirtschaftlichen Chancen durch den nachhaltigen Umbau der Energieversorgung hin: „Wertschöpfung in der Energiebranche hängt weniger davon ab, wo ein Kraftwerk steht, sondern wer neue Technologien entwickelt und sie zu guten Produkten wie hochleistungsfähigen Windkraftanlagen verarbeitet. Darum sollte Pfister sich kümmern und zum Beispiel Unternehmen darin unterstützen, in den Markt für Erneuerbare Energien einzusteigen.“

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