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„Der heute vorgelegte Ländervergleich zur Überprüfung der Bildungsstandards bestätigten im Kern die Ergebnisse der PISA-Studie seit 2001“, so die schulpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag Renate Rastätter. „Wir freuen uns, dass die Schülerinnen und Schülerinnen in Baden-Württemberg sich mit ihren Leistungen in den Fächern Deutsch und Englisch in der Spitzengruppe behaupten konnten.“ Einen traurigen Spitzenplatz nehme das Land aber leider auch bei der sozialen Ungerechtigkeit ein. Diese habe sich sogar noch seit der letzten PISA-Studie von 2006 verschärft. Ein Kind mit Migrationshintergrund habe in Baden-Württemberg bei gleicher Begabung und Lesekompetenz eine 6,6-mal geringere Chance, ein Gymnasium zu besuchen.
Die strukturelle Benachteiligung könne auch nicht dadurch gerechtfertigt werden, dass von Kultusministerin Schick immer wieder auf das Prinzip der Durchlässigkeit und Anschlussfähigkeit des Schulwesens hingewiesen wird. Es gebe immer noch keine Garantie auf einen „Anschluss nach dem Abschluss“. Die Landesregierung verweigert den von Grünen und SPD geforderten Rechtsanspruch auf den Zugang zu einem Beruflichen Gymnasium oder einem Berufskolleg. Außerdem stehe für die Grünen fest: In keinem Schulsystem darf der Zugang zur Schulart mit dem höchsten Anforderungsniveau primär von der sozialen Schichtzugehörigkeit abhängen.
Die Grünen fordern deshalb Kultusministerin Schick auf, endlich ein Gesamtkonzept zur Überwindung der sozialen Benachteiligung für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund und aus bildungsfernen Schichten zu entwickeln und konsequent umzusetzen. Dazu gehört auch, die individuelle Förderung massiv auszubauen und beantragte integrative Schulmodelle ohne Auslesedruck zuzulassen.