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PRESSEMITTEILUNG

NR. 146/2010
Datum: 31. Mai 2010

Renate Rastätter: Schick stellt nichts auf den Prüfstand

Grüne zu 100 Tage Schick: Perfekte Verpackung der immer gleichen Bildungspolitik

Rastätter, Renate-neu

„Mit der neuen Kultusministerin Marion Schick war Ministerpräsident Mappus ein Überraschungscoup geglückt. Doch schon nach 100 Tagen als Ministerin ist Ernüchterung eingetreten“, so die schulpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag Renate Rastätter. Nach Helmut Rau, dessen Negativimage am Ende kaum zu überbieten war, weckte der neue kommunikative Stil der neuen Ministerin und ihr Versprechen mit den Menschen zu reden und zuzuhören in den ersten Tagen enorm hohe Erwartungen bei Eltern und der kritischen Bildungsgewerkschaft GEW. „Doch war es kein Zufall, dass sich die aus Enttäuschung über Raus bildungspolitische Blockadepolitik zurückgetretene Landeselternbeiratsvorsitzende Christiane Staab bereits nach dem ersten Gespräch mit Frau Schick entschied, nicht erneut für das Amt anzutreten, sie sei davon überzeugt gewesen, dass sich mit Frau Schick nichts verändern würde.
„Frau Schick hat ihre Rolle angenommen und führt sie professionell aus, durch bessere Vermarktung ihrer Bildungspolitik sollen vor allem die Eltern beruhigt werden. Sie zeigt zwar Verständnis und Einfühlungsvermögen für Kritik und Forderungen, aber sie stellt nichts auf den Prüfstand. Stattdessen soll endlich Ruhe im Bildungswesen einkehren“, so Renate Rastätter.
Klagen Eltern über den extremen Druck in der Grundschule, versuche sie den Eltern die Angst vor der Grundschulempfehlung zu nehmen, statt die Grundschulempfehlung auf den Prüfstand zu stellen. Die Probleme des im G8 würden sich nach Schicks Überzeugung nach dem ersten Abitur von selbst auflösen, weshalb sie den Schulversuch auf Einführung des Gymnasiums in zwei Geschwindigkeiten, wie ihn die Stadt Mosbach gestellt hat, ablehnt.
Sie sehe keinen Grund, die Anträge der Kommunen zur Einrichtung von neuen integrativen Schulversuchen mit längerem gemeinsamem Lernen zu genehmigen. Renate Rastätter: „Fachlich fehlt der Kultusministerin noch der Unterbau, aber sie gleicht dieses Manko durch rhetorische Formulierungen und zugespitzte Botschaften aus.“
Aber trotz der besseren Vermarktungsstrategie verknüpft mit einer Charmeoffensive der neuen Kultusministerin werde das Kalkül des Ministerpräsidenten, Schulentwicklung von unten zu blockieren und die Eltern zu besänftigen, nicht aufgehen. Rastätters Bilanz fällt dementsprechend kritisch aus: „Ministerin Schick wird sich überlegen müssen, ob sie nicht eigene bildungspolitische Akzente sie setzen muss, um ihrem selbst gesetzten Anspruch gerecht zu werden. Denn wer keine echte Bereitschaft zeigt, Schwachstellen auf den Prüfstand zu stellen und zu korrigieren, sondern sie nur verbal kaschieren will, verliert schnell seine Glaubwürdigkeit.“