Fraktion GRÜNE im Landtag von Baden-Württemberg

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26. März 2010

Uli Sckerl: Aus Winnenden nichts gelernt

Waffenschauen feiern fröhliche Urständ' – jetzt in Sinsheim

Sckerl, Uli

Die Eröffnung der sog. "Internationale Waffenbörse" (IWB) an ihrem neuen Standort, der Messe Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis) am heutigen Freitag ruft scharfen Protest der Grünen im Landtag von Baden-Württemberg hervor. Der innenpolitische Sprecher und Obmann der Fraktion im Sonderauschuss "Konsequenzen aus dem Amoklauf in Winnenden" Uli Sckerl sagte: "Die Landesregierung genehmigt weiterhin öffentliche Waffenschauen in Baden-Württemberg. Sie ist nicht bereit, eine wichtige Konsequenz aus dem Amoklauf in Winnenden und Wendlingen zu ziehen und endlich die Zurschaustellung von Waffen im ganzen Land zu untersagen. Stattdessen schafft sie in Sinsheim eine neue Pilgerstätte für den Waffenhandel."
In Baden-Württemberg aber könne und dürfe es nach dem Amoklauf von Winnenden und Wendlingen keinen Platz mehr für derartige dubiose Veranstaltungen geben. Der Sinsheimer Veranstalter werbe bezeichnenderweise auch noch mit dem Slogan "eine Veranstaltung nicht nur für Sammler und Schützen, sondern für die ganze Familie." Die Waffenbörse finde "passend" in direkter Verbindung mit einer Sammlerausstellung statt, deren Kern eine Spielwarenschau sei. Für beide Schauen gebe es günstige Familienkarten. Die Waffenschau sei damit auch für Kinder und Jugendliche zugänglich. "Ein Skandal, der sofort unterbunden werden muss", forderte der Grünen-Abgeordnete. Kinder und Jugendliche dürften zu Waffenschauen keinen Zutritt haben. Wenigstens das sei bei Waffenschauen in Deutschland Standard, warum nicht in Baden-Württemberg, kritisieren der grüne Abgeordnete.
Die Grünen fordern in einem Antrag an die Landesregierung, die IWB und alle anderen öffentlichen Waffenschauen zu untersagen.
Die Grünen im Landtag wiesen ferner daraufhin, dass die IWB-Waffenschau an ihrem früheren Standort, der Messe Stuttgart nach dem Amoklauf von Winnenden nicht mehr salonfähig gewesen war. Die Stadt Sindelfingen hatte 2009 eine Genehmigung verweigert, als dort wegen eines Ausweichquartiers nachgefragt worden war. Was aber politisch im Mittleren Neckarraum nicht mehr tragbar sei, das müsse für den Rhein-Neckar-Kreis und das ganze Land gelten. An der Waffenschau war in den letzten Jahren u.a. kritisiert worden, dass Kinder und Jugendliche Zugang hatten und durch Vorzugspreise angelockt wurden. Scharf kritisiert wurde der massenhafte Handel mit Nazi-Devotionalien auf der Messe auf dem Stuttgarter Killesberg. "All das bleibt folgenlos, die Veranstalter können mit freundlicher Unterstützung aus Stuttgart schalten und walten", kritisierte Sckerl abschließend. Wie heißt es doch so zutreffend in der Werbung des Veranstalters: "Freuen sich auf die einzigartige Vielfalt, die Ihnen die IWB vom 26. bis 28. März 2010 an ihrem neuen Standort bietet." Dem sei nichts mehr hinzu zu fügen.

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