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Als "handfesten Pestizidskandal" hat der verbraucherpolitische Sprecher der Grünen im Landtag von Baden-Württemberg Reinhold Pix die Belastungen von Tafeltrauben mit dem Fungizid "Folpet" bezeichnet. "Wenn in 75 Prozent der untersuchten baden-württembergischen Tafeltrauben ein Pestizid oberhalb des zulässigen Grenzwertes nachgewiesen wird, aber nur in weniger als 3 Prozent der ausländischen zum Verzehr bestimmten Weintrauben, dann ist dies eine Bankrotterklärung für die Verbraucherpolitik von Minister Hauk", kritisierte der grüne Landtagsabgeordnete, der selbst seit 25 Jahren als hauptberuflicher Bio-Winzer arbeitet.
Pix forderte Agrarminister Peter Hauk zu umgehenden Konsequenzen auf. "Hierzu hilft es nur wenig, wenn der Minister nur auf Beratung für Erzeuger setzt. Wir setzen auf folgende vier Maßnahmen:
. Erstens muss umgehend sicher gestellt werden, dass die Verbraucher vor massiv belasteten Trauben geschützt werden.
. Zweitens ist Wein aus den Anbaugebieten der stark belasteten Tafeltrauben umgehend einer intensiven Pestizidkontrolle zu unterziehen.
. Drittens bedarf es endlich eines umfassenden Pestizidreduktionsprogrammes mit verbindlichen Zielen.
. Und viertens bedarf es einer viel stärkeren und professionelleren Unterstützung von Bio-Landbau und der Vermarktung von Bio-Produkten."
Pix: "Weder wollen Verbraucher pestizidbelastete Trauben essen oder Pestizid-Wein trinken. Noch hilft es, wenn Minister Hauk mal beim einen und mal beim anderen Pestizid Detaillösungen anbietet. Beim Maiswurzelbohrer vergrößerte Hauk erst vor wenigen Monaten die Flächen für den Pestizideinsatz. Beim Streuobstbau unterstützt er EU-Anträge, die Pestizideinsatz im Streuobstbau nicht ausschließen. Und beim Bio-Anbau fehlt bis heute ein offensives, attraktives Marketing des Landes - das alles zeigt, dass Minister Hauk beim Thema Pestizide nicht im Sinne von Naturschutz und Verbraucherschutz handelt."
Das Fazit von Pix: "Minister Hauk gefährdet mit seiner Politik das Image Baden-Württembergs als Feinschmecker- und Genießerland."