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Baden-Württemberg hat in Sachen Gleichberechtigung noch immer großen Nachholbedarf. Bei der letzten Kommunalwahl 2004 kamen die Frauen in den Gemeinderäten des Landes gerade mal auf einen Anteil von 21%. Der Landtag Baden-Württemberg hat im Ländervergleich mit 24 Frauen den niedrigsten Frauenanteil bundesweit.
"Die Zeit der hehren Worte ist abgelaufen. Wir wollen Taten sehen", kommentiert die frauenpolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion Brigitte Lösch die Lage zum internationalen Frauentag und genau 3 Monate vor den nächsten Kommunal- und Europawahlen. "Ohne verbindliche Quoten und Gesetzesänderungen werden wir die Barrieren, die Frauen an der Realisierung ihrer Potentiale hindern, nicht abbauen.
Deshalb fordern wir auch eine Änderung des Kommunalwahlgesetzes zur paritätischen Besetzung der Listen bei der Aufstellung der Wahlkreisbewerberinnen und -bewerber durchsetzen. Die Grünen sind die Schrittmacher für einen höheren Frauenanteil und für gesetzlich verankerte Chancengleichheit. Durch die Quote haben wir seit jetzt genau 30 Jahren nicht nur 47 Prozent Frauen auf unseren Wahllisten im Land, sondern auch 47 Prozent gewählte Gemeinderätinnen ", so Lösch.
Bei einer Veranstaltung der GRÜNEN im Landtag am Donnerstag mit dem Titel "Der gläserne Aufzug - warum bleiben die Frauen stecken?" haben 130 Frauen aus allen Bereichen der Gesellschaft aufgezeigt, dass Frauenpolitik ein modernes cooles Thema ist.
Insbesondere im Wirtschaftsleben herrscht immenser Handlungsbedarf - nach wie vor ist der Unterschied zwischen den Einkommen von Frauen und Männer mit 23 Prozent am höchsten. Auch sitzen in Baden-Württemberg nur 18 % Frauen in den Führungsetagen. "Mit Appellen kommen wir nicht ans Ziel, ohne verbindliche Quoten und Zeitpläne werden wir die gläserne Decke nicht einreißen", so Löschs Fazit zum Schluss.