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Die EU-Umweltminister haben bei ihrer Konferenz im Dezember den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft problematisiert und mehr gentechnikfreie Regionen gefordert. „Diesen Rückenwind aus der EU gilt es jetzt durch die Landesregierung zum Wohl Baden-Württembergs zu nutzen", so Bernd Murschel, agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Landtag.
„Wir fordern Agrarminister Peter Hauk auf, sich aktiv für noch mehr gentechnikfreie Regionen in Baden-Württemberg einzusetzen. So kann er die Vermarktung der gentechnikfreien Produkte ankurbeln und gleichzeitig ökologisch sensible Gebiete wie Biosphärenreservate, Natura-2000-Gebiete und Naturschutzgebiete besser vor Verschmutzungen durch Gentechnik schützen“, so Murschel.
Bisher gibt es in Baden-Württemberg bereits mehrere Regionen, die auf freiwilliger Basis auf den Einsatz von Gentechnik in der Landschaft und in Futtermitteln verzichten. Initiatoren sind Bäuerinnen und Bauern, Kirchen und Umweltverbände, Imker und Verbraucher, aber auch Politikerinnen und Politikern aller Parteien. „Wir fordern vom zuständigen Minister, dieses starke ehrenamtliche Bürgerengagement zu unterstützen“, so Murschel.
Der Ostalbkreis, der Main-Tauber-Kreis und Heidenheim in Ostwürttemberg bilden erste gentechnikfreie Region im Land. Kürzlich haben sich die Landkreise Ostalbkreis und Rems-Murr zu gentechnikfreien Zonen erklärt. Im Land Baden-Württemberg haben sich damit fast 5.000 Landwirte mit einer Fläche von rund 150.000 Hektar zu 29 gentechnikfreien Initiativen zusammengeschlossen. Das sind rund 17 Prozent der Ackerfläche des Landes
Murschel: „Unser Ziel ist es, aus ganz Baden-Württemberg eine große gentechnikfreie Zone zu machen. Dies ist derzeit das wirksamste Instrument, um Landwirte und Verbraucher vor Verunreinigungen zu schützen.“ Dabei gelte es, die Landwirte auf freiwilliger Basis einzubinden. „Wir fordern dringend die Förderung einer Koordinierungs- und Vernetzungsstelle, die vor Ort über die Agrogentechnik informiert, die bestehenden Aktivitäten miteinander verknüpft und die Gründung neuer gentechnikfreier Regionen befördert," so Murschel
Außerdem fordert er den Agrarminister auf, in sogenannten „sensiblen Ökosystemen“, zu denen auch Gebiete mit hoher Konzentration ökologisch wirtschaftender Betriebe oder Saatgutbetriebe gehören, den Einsatz von Gentechnik zu verbieten. „Dies stärkt nebenbei die regionalen Wirtschaftskreisläufe und die hiesige Tourismuswirtschaft", so Murschel.