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Während die Mitglieder der Regierungsfraktionen bereits seit drei Wochen die Einführung von sozialwissenschaftlichen Gymnasien an ihren beruflichen Schulen im Wahlkreis als frohe Weihnachtsbotschaften verkünden - so u.a. im Landkreis Karlsruhe, im Kreis Heilbronn und im Alb-Donau-Kreis - und der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion Volker Schebesta die Standorte bereits auf der CDU-Landtagshomepage verkündet, gibt es immer noch keine öffentliche Erklärung des Kultusministers dazu. Für die antragstellenden Schulen und die vielen interessierten Schülerinnen und Schüler im Land, die sich für dieses gymnasiale Profil interessieren, entwickelt sich diese Informationspolitik zu einem beispiellosen Verwirrspiel, so die schulpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag Renate Rastätter: „Wenn man allen inzwischen kursierenden Vorinformationen und lokalen Presseveröffentlichungen Glauben schenken darf, wird es in Baden-Württemberg 15 Standorte für sozialwissenschaftliche Gymnasien geben.“ Bislang gab es lediglich zwei, seit dreißig Jahren in Lahr und Ravensburg. Die Grünen mahnen seit langem den Ausbau der beruflichen Gymnasien mit sozialwissenschaftlichem Profil an.
Rastätter freute sich für die interessierten Schülerinnen und Schüler, dass endlich sozialwissenschaftliche Gymnasien eingerichtet werden. Die Grünen hatten deren Genehmigung bereits für das letzte Schuljahr beantragt. Rastätter: „Angesichts des hohen und weiterwachsenden Bedarfs an sozialen Dienstleistungen in unserer Gesellschaft, angefangen von den Kindertagesstätten bis zur Altenpflege und dem Sozialmanagement ist es allerdings nicht nachzuvollziehen, dass offenbar nur 15 Standorte mit jeweils nur einem Zug eingerichtet werden dürfen.“
Außerdem habe Kultusminister Rau in der Stellungnahme zu einer Anfrage der Grünen erklärt, dass alle beabsichtigten Züge der sozialwissenschaftlichen Gymnasien „substituiert“ werden müssen. Das bedeutet: eine andere Klasse an der Schule muss dafür gestrichen werden, damit keine zusätzlichen Lehrerstunden für die Einrichtung eines sozialwissenschaftliche Gymnasiums erforderlich sind. Diese Deckelung stößt auf scharfe Kritik von Renate Rastätter: „Offenbar ignoriert Kultusminister Rau, dass wir im kommenden Schuljahr zwei doppelte mittlere Abschlüsse haben – nämlich am G8 nach der 9. und im G9 nach der 10. Klasse. Dafür brauchen wir zusätzliche Klassen an den beruflichen Gymnasien.“
Die Grünen fordern deshalb, dass die Deckelung an den beruflichen Gymnasien, also auch an den sozialwissenschaftlichen Gymnasien, aufgehoben wird. Alle Schülerinnen und Schüler, die die Voraussetzungen aus den Realschulen mitbringen (Notendurchschnitt 3,0) und sich für einen Platz an den beruflichen Gymnasien bewerben, müssen aufgenommen werden. Aber wie bisher auch sollen 15 % Plätze für „Umsteiger“ aus den allgemein bildenden Gymnasien zur Verfügung stehen.
Nach Ansicht von Frau Rastätter muss die offizielle Genehmigung der sozialwissenschaftlichen Gymnasien jetzt sofort erfolgen, damit die Schulen Planungssicherheit haben. Darüber hinaus müsse bereits jetzt die Genehmigung zusätzlicher Klassen an den beruflichen Gymnasien in die Wege geleitet werden, damit alle notwendigen Vorbereitungen für die zusätzlichen Klassen im Schuljahr 2009/10 getroffen werden können.
Anlagen: Infos zu Antragstellungen und Genehmigungen von Beruflichen Gymnasien
Info:
Siehe Drucksache 14/3278:
http://www.landtag-bw.de/WP14/Drucksachen/3000/14_3278_D.PDF
Bisherige Bewerbungen :
Bislang liegen insgesamt 28 Anträge bzw. konkrete Interessenbekundungen für nachfolgend genannte öffentliche Schulen vor: Mathilde-Planck-Schule Ludwigsburg, Richard-von-Weizsäcker-Schule Öhringen, Hedwig-Dohm-Schule Stuttgart, Eugen-Grimminger-Schule Crailsheim, Maria-von-Linden- Schule Heidenheim, Mildred-Scheel-Schule Böblingen, Peter-Bruckmann- Schule Heilbronn, Christiane-Herzog-Schule Heilbronn, Justus-von-Liebig- Schule Aalen, Johanna-Wittum-Schule Pforzheim, Helene-Lange-Schule Mannheim, Anne-Frank-Schule Rastatt, Louise-Otto-Peters-Schule Hockenheim, Käthe-Kollwitz-Schule Bruchsal, Bertha-von-Suttner-Schule Ettlingen, Hauswirtschaftliche Schule Villingen-Schwenningen, Hauswirtschaftliche Schule Bad Säckingen oder Waldshut, Kaufmännische und Hauswirtschaftliche Schule Rottweil, Kaufmännische und Hauswirtschaftliche Schule Tuttlingen, Magdalena-Neff-Schule Ehingen, Hauswirtschaftliche Schule Hechingen, Edith-Stein-Schule Ravensburg, Sybilla-Merian-Schule Sigmaringen, Matthias-Erzberger-Schule Biberach, Droste-Hülshoff-Schule Friedrichshafen, Sophie-Scholl-Schule Leutkirch, Mathilde-Weber-Schule Tübingen und Valckenburg-Schule Ulm.
Bisherige Zusagen:
Kreis Schule Ort Regierungsbezirk
Ludwigsburg Mathilde-Planck-Schule Ludwigsburg Stuttgart
Hohenlohe Richard-von-Weizsäcker-Schule Öhringen Stuttgart
Stuttgart Hedwig-Dohm-Schule Stuttgart Stuttgart
Schwäbisch-Hall Eugen-Grimminger-Schule Crailsheim Stuttgart
Ostalbkreis Justus-von-Liebig-Schule Aalen Stuttgart
Pforzheim Johanna-Wittum-Schule Pforzheim Karlsruhe
Mannheim Helene-Lange-Schule Mannheim Karlsruhe
Rastatt Anne-Frank-Schule Rastatt Karlsruhe
Waldshut-Tiengen Hauswirtschaftliche Schulen Bad Säckingen Freiburg
Schwarzwald-Baar-Kreis Albert-Schweitzer-Schule Villingen-Schwenningen Freiburg
Alb-Donau-Kreis Magdalena-Neff-Schule Ehingen Tübingen
Zollern-Alb-Kreis Hauswirtschaftliche Schule Hechingen Tübingen
Ravensburg Sophie-Scholl-Schule Leutkirch Tübingen
Sigmaringen Sybilla-Merian-Schule Sigmaringen Tübingen
Dazu kommt noch:
Karlsruhe Käthe-Kollwitz-Schule Bruchsal Karlsruhe