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PRESSEMITTEILUNG

NR. 393/2008
Datum: 16. Dezember 2008

Rastätter: Abenteuerliches Verwirrspiel

Sozialwissenschaftliche Gymnasien in Baden-Württemberg

Rastätter, Renate-neu

Während die Mitglieder der Regierungsfraktionen bereits seit drei Wochen die Einführung von sozialwissenschaftlichen Gymnasien an ihren beruflichen Schulen im Wahlkreis als frohe Weihnachtsbotschaften verkünden - so u.a. im Landkreis Karlsruhe, im Kreis Heilbronn und im Alb-Donau-Kreis - und der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion Volker Schebesta die Standorte bereits auf der CDU-Landtagshomepage verkündet, gibt es immer noch keine öffentliche Erklärung des Kultusministers dazu. Für die antragstellenden Schulen und die vielen interessierten Schülerinnen und Schüler im Land, die sich für dieses gymnasiale Profil interessieren, entwickelt sich diese Informationspolitik zu einem beispiellosen Verwirrspiel, so die schulpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag Renate Rastätter: „Wenn man allen inzwischen kursierenden Vorinformationen und lokalen Presseveröffentlichungen Glauben schenken darf, wird es in Baden-Württemberg 15 Standorte für sozialwissenschaftliche Gymnasien geben.“ Bislang gab es lediglich zwei, seit dreißig Jahren in Lahr und Ravensburg. Die Grünen mahnen seit langem den Ausbau der beruflichen Gymnasien mit sozialwissenschaftlichem Profil an.
Rastätter freute sich für die interessierten Schülerinnen und Schüler, dass endlich sozialwissenschaftliche Gymnasien eingerichtet werden. Die Grünen hatten deren Genehmigung bereits für das letzte Schuljahr beantragt. Rastätter: „Angesichts des hohen und weiterwachsenden Bedarfs an sozialen Dienstleistungen in unserer Gesellschaft, angefangen von den Kindertagesstätten bis zur Altenpflege und dem Sozialmanagement ist es allerdings nicht nachzuvollziehen, dass offenbar nur 15 Standorte mit jeweils nur einem Zug eingerichtet werden dürfen.“
Außerdem habe Kultusminister Rau in der Stellungnahme zu einer Anfrage der Grünen erklärt, dass alle beabsichtigten Züge der sozialwissenschaftlichen Gymnasien „substituiert“ werden müssen. Das bedeutet: eine andere Klasse an der Schule muss dafür gestrichen werden, damit keine zusätzlichen Lehrerstunden für die Einrichtung eines sozialwissenschaftliche Gymnasiums erforderlich sind. Diese Deckelung stößt auf scharfe Kritik von Renate Rastätter: „Offenbar ignoriert Kultusminister Rau, dass wir im kommenden Schuljahr zwei doppelte mittlere Abschlüsse haben – nämlich am G8 nach der 9. und im G9 nach der 10. Klasse. Dafür brauchen wir zusätzliche Klassen an den beruflichen Gymnasien.“
Die Grünen fordern deshalb, dass die Deckelung an den beruflichen Gymnasien, also auch an den sozialwissenschaftlichen Gymnasien, aufgehoben wird. Alle Schülerinnen und Schüler, die die Voraussetzungen aus den Realschulen mitbringen (Notendurchschnitt 3,0) und sich für einen Platz an den beruflichen Gymnasien bewerben, müssen aufgenommen werden. Aber wie bisher auch sollen 15 % Plätze für „Umsteiger“ aus den allgemein bildenden Gymnasien zur Verfügung stehen.
Nach Ansicht von Frau Rastätter muss die offizielle Genehmigung der sozialwissenschaftlichen Gymnasien jetzt sofort erfolgen, damit die Schulen Planungssicherheit haben. Darüber hinaus müsse bereits jetzt die Genehmigung zusätzlicher Klassen an den beruflichen Gymnasien  in die Wege geleitet werden, damit alle notwendigen Vorbereitungen für die zusätzlichen Klassen im Schuljahr 2009/10  getroffen werden können.

Anlagen: Infos zu Antragstellungen und Genehmigungen von Beruflichen Gymnasien

Info:
Siehe Drucksache 14/3278:

http://www.landtag-bw.de/WP14/Drucksachen/3000/14_3278_D.PDF

 

Bisherige Bewerbungen :

Bislang liegen insgesamt 28 Anträge bzw. konkrete Interessenbekundungen für nachfolgend genannte öffentliche Schulen vor: Mathilde-Planck-Schule Ludwigsburg, Richard-von-Weizsäcker-Schule Öhringen, Hedwig-Dohm-Schule Stuttgart, Eugen-Grimminger-Schule Crailsheim, Maria-von-Linden- Schule Heidenheim, Mildred-Scheel-Schule Böblingen, Peter-Bruckmann- Schule Heilbronn, Christiane-Herzog-Schule Heilbronn, Justus-von-Liebig- Schule Aalen, Johanna-Wittum-Schule Pforzheim, Helene-Lange-Schule Mannheim, Anne-Frank-Schule Rastatt, Louise-Otto-Peters-Schule Hockenheim, Käthe-Kollwitz-Schule Bruchsal, Bertha-von-Suttner-Schule Ettlingen, Hauswirtschaftliche Schule Villingen-Schwenningen, Hauswirtschaftliche Schule Bad Säckingen oder Waldshut, Kaufmännische und Hauswirtschaftliche Schule Rottweil, Kaufmännische und Hauswirtschaftliche Schule Tuttlingen, Magdalena-Neff-Schule Ehingen, Hauswirtschaftliche Schule Hechingen, Edith-Stein-Schule Ravensburg, Sybilla-Merian-Schule Sigmaringen, Matthias-Erzberger-Schule Biberach, Droste-Hülshoff-Schule Friedrichshafen, Sophie-Scholl-Schule Leutkirch, Mathilde-Weber-Schule Tübingen und Valckenburg-Schule Ulm.

 

 

 

 

Bisherige Zusagen:

Kreis Schule Ort Regierungsbezirk

Ludwigsburg Mathilde-Planck-Schule Ludwigsburg Stuttgart

Hohenlohe Richard-von-Weizsäcker-Schule Öhringen  Stuttgart

Stuttgart Hedwig-Dohm-Schule Stuttgart Stuttgart

Schwäbisch-Hall Eugen-Grimminger-Schule Crailsheim Stuttgart

Ostalbkreis Justus-von-Liebig-Schule Aalen Stuttgart

Pforzheim Johanna-Wittum-Schule Pforzheim Karlsruhe

Mannheim Helene-Lange-Schule Mannheim Karlsruhe

Rastatt Anne-Frank-Schule Rastatt Karlsruhe

Waldshut-Tiengen Hauswirtschaftliche Schulen Bad Säckingen Freiburg

Schwarzwald-Baar-Kreis Albert-Schweitzer-Schule Villingen-Schwenningen Freiburg

Alb-Donau-Kreis Magdalena-Neff-Schule Ehingen Tübingen

Zollern-Alb-Kreis Hauswirtschaftliche Schule Hechingen Tübingen

Ravensburg Sophie-Scholl-Schule Leutkirch Tübingen

Sigmaringen Sybilla-Merian-Schule Sigmaringen Tübingen

Dazu kommt noch:

Karlsruhe       Käthe-Kollwitz-Schule  Bruchsal     Karlsruhe