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Der energiepolitische Sprecher der Grünen im Stuttgarter Franz Untersteller bezeichnete die Absicht Schweizer Energieunternehmen, erneut zwei Atomkraftwerke an der Grenze zu Baden-Württemberg bauen zu wollen, als „Affront“. Schon bisher stehen mit Beznau I und II, Gösgen und Leibstadt die meisten atomaren Anlagen im Norden der Schweiz nahe der deutsche Grenze, dazu sind die beiden Schweizer Endlager für hochradioaktive und für schwach- und mittelradioaktiven Müll grenznah geplant. „Die Konzentration des radioaktiven Risikopotenzials direkt vor unsere Haustür ist nicht akzeptabel, zumal überhaupt nicht nachvollziehbar ist, warum die Schweiz auf eine veraltete Technologie setzt“, sagte Untersteller. Er erinnerte daran, dass Atomkraftwerke lediglich einen Wirkungsgrad von 30 Prozent haben: „Der Rest geht in die Umwelt, heizt die Luft und das Wasser des Rheins auf!“ Gefordert seien im 21. Jahrhundert eine Effizienzrevolution und der konsequente Ausbau erneuerbarer Energien.
Der Schweizer Bundesrat hatte sich bereits letztes Jahr positiv zum Bau neuer Atomkraftwerke geäußert. Untersteller setzt daher auf das Schweizer Volk: „Die Renaissance der Kernenergie in der Schweiz wird ein Papiertiger bleiben. Vorhaben wie diese finden bei Volksentscheiden keine Mehrheit. Kommt es tatsächlich zum Baubeschluss, bin ich daher guter Dinge, dass die Schweizer Bürgerinnen und Bürger den AKW-Plänen ein Ende setzen werden.“