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  1.  Pressemitteilung

3. September 2008

Renate Rastätter: „Keine Entwarnung bei der Unterrichtsversorgung“

Rastätter, Renate-neu

„Die aktuellen Zahlen und Entwicklungen sind kein Grund zur Beruhigung"  kommentiert Renate Rastätter die heutigen Ausführungen von Kultusminister Rau zum Schuljahresbeginn. Rastätter: “Trotz der großangelegten Bildungsoffensive der Landesregierung gibt es keine Entwarnung bei den Problemen der Unterrichtsversorgung“. So werde es trotz des Schülerrückgangs wegen der vielen kleinen, einzügigen Grund- und Hauptschulen  in Baden-Württemberg, die auch bei kleineren Klassen keine Lehrer einsparen können, keine Entlastung für größere Schulen mit großen Klassen an allen Schularten geben. „Auch im kommenden Schuljahr wird es immer noch rund 20 Prozent Grundschulklassen zwischen 26 und 31 Schülerinnen und Schülern geben. Eine individuelle Förderung von Schülern mit besonderem Sprachförderbedarf ist in diesen Großklassen nicht möglich“, bemängelt Rastätter.
Besonders kritisch bewerten die Grünen, dass das strukturelle Defizit bei der Unterrichtsversorgung der Beruflichen Schulen unverändert fortgeschrieben wird. Hier zeigt sich, dass die Versäumnisse der Personalpolitik so gravierend sind, dass sie kurzfristig nicht zu beheben sind, auch wenn jetzt erste Bemühungen erkennbar sind.  Vergleichbar ist die Situation an den Sonderschulen, die ebenfalls seit Jahren unter einem erheblichen strukturellen Defizit von rund 5 Prozent bei der Unterrichtsversorgung  leiden. Dabei fehlen insbesondere die Differenzierungsstunden, die für die Förderung behinderter Kinder unverzichtbar sind.  Dabei gibt es inzwischen genügend Sonderschullehrkräfte, die nicht eingestellt werden und die derzeit in andere Bundesländer abwandern.
Bei seiner Ankündigung, dass die durch den Schülerrückgang freiwerdenden Lehrerstellen in den nächsten Jahren im Bildungssystem verbleiben und für Entlastung sorgen, verschweigt Kultusminister Rau erneut, dass diese Stellen aus der Unterrichtsversorgung entnommen und in andere Maßnahmen umgeschichtet werden. Dazu gehören die Stellen für die Ganztagsschulen, das Jugendbegleiterprogramm, das „schulreife Kind“, sowie die Evaluation. Außerdem werden die Stellen für den Abbau der Bugwelle an Überstunden an den Beruflichen Schulen und die Gymnasien, sowie die Rückgabe der Vorgriffstunde für alle Grund- Haupt- Real- und Sonderschullehrkräfte benötigt. Da hierfür insgesamt rund 6000 Lehrerstellen benötigt werden, ist es fraglich, ob es überhaupt zu einer Entlastung bei der Unterrichtsversorgung kommen wird.
Auch aus diesem Grund befürchten die Grünen, dass der Ergänzungsbereich mit Angeboten wie Stütz- und Förderunterricht, Förderung bei Lese- Rechtschreib- und Rechenschwäche und weitere wichtige Förderangebote weiter ausgedünnt wird. Auch die in der Bildungsoffensive hervorgehobene Hausaufgabenbetreuung an Gymnasien wird lediglich von ehrenamtlich eingesetzten Schülern übernommen, ohne dass ausgebildete Lehrer zur Seite und für qualifizierte Selbstlernphasen zur Verfügung stehen.

 

 

 

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