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„Das berufliche Schulsystem in Baden-Württemberg als vorbildlich hinstellen ist das Eine, aber mit einer matten Personalpolitik die schlechte Unterrichtssituation hinzunehmen ist das Andere“, so die schulpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen Renate Rastätter zur Landesregierung und ihren Lobreden auf die beruflichen Schulen. Die Grünen teilen die Analyse über die drohende schlechtere Unterrichtsversorgung aufgrund steigender Schülerzahlen und unterstützen die Forderungen des Berufsschullehrerverbandes.
„Die Unterrichtssituation an den beruflichen Schulen darf nicht länger von der Landesregierung verharmlost werden“ erklärte Renate Rastätter angesichts des Lehrermangels an den beruflichen Schulen. „Rund drei Viertel der jungen Leute in Baden-Württemberg durchlaufen die beruflichen Schulen, vom BVJ, über Teilzeitberufschulen im dualen System bis hin zu den beruflichen Gymnasien. Sie alle habe einen Anspruch auf vollständigen und qualifizierten Unterricht.“ Seit Jahren werde jedoch von der Landesregierung tatenlos hingenommen, dass fast fünf Prozent des Unterrichts erst gar nicht stattfindet.
„Das Land hat es in der Hand“, so Rastätter, „durch eine andere Personalpolitik qualifizierte und motivierte Leute für das Lehramt an beruflichen Schulen zu gewinnen“. Der derzeitige Tarifvertrag (TVL) für Lehrkräfte ohne Beamtenstatus ist wegen der geringen Bezahlung für Seiteneinsteiger absolut unattraktiv und muss dringend angepasst werden.
Nötig sei auch, an den Hochschulen mehr Studienplätze für das berufliche Lehramt auszubauen. Die Konzepte der Fachhochschulen liegen auf dem Tisch, mit Masterstudiengängen Studierende schnell und flexibel auf die Tätigkeit in beruflichen Schulen vorzubereiten.
Die Grünen fordern mit einem Stufenplan, jährlich 200 zusätzliche Stellen für Berufsschullehrer. Außerdem fordern sie, dass die „Deckelung der beruflichen Gymnasien“ aufgehoben werde, nach der bisher keine zusätzlichen Klassen trotz ausreichender Bewerberzahlen gebildet würden. „Wenn jetzt 2009/2010 ein Doppeljahrgang die mittlere Reife am allgemeinbildenden Gymnasium macht, dann darf jungen Leuten nicht der Rechtsanspruch für einen Platz am beruflichen Gymnasium zunichte gemacht werden, weil die Landesregierung den Deckel draufhält“, so Renate Rastätter.