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„Stuttgart 21 bleibt ein Projekt aus dem letzten Jahrhundert. Es ist unwirtschaftlich, es ist zu teuer und es ist mit zahllosen Mängeln behaftet. Ohne das Gutachten von Vieregg-Rössler wüssten wir und wüsste die Öffentlichkeit bis heute noch nichts von den Kostensteigerungen in dreistelliger Millionenhöhe aus dem Munde Oettingers“, so der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Landtag Werner Wölfle zu den Einlassungen von Bahn und Landesregierung auf das Gutachten der Stuttgart 21-Gegner. „Die Schwächen dieses Projektes werden eben erst bei genauem Hinsehen erkennbar und nicht in den oberflächlichen Hochglanzbroschüren. Da hilft auch kein Gesundbeten. Und die zentrale Investition in die Zukunft des Landes ist die Investition in die Köpfe unserer Kinder, in Schule und Hochschule, und nicht in Tunnels und das Vergraben von Bahnhöfen.“
Alle Bahnhofprojekte in Deutschland mit dem Modernität verheißenden Zusatz ‚21’ wie in Köln, Frankfurt oder München, die als Jahrhundertprojekte starteten, seien inzwischen beerdigt worden, so Wölfle weiter. Nur die Landesregierung in Baden-Württemberg klebe weiter unbelehrbar an diesem Projekt fest. Wölfle: „Die betrieblichen Mängel des Projektes, die die Gutachter Vieregg-Rössler letzte Woche nochmals eindrücklich nachgewiesen haben, beweisen, dass S 21 nicht nur unverantwortlich teuer, sondern vor allem auch verkehrlich eher von Nachteil ist. Selbst wenn manche dieser Mängel planfestgestellt und damit rechtlich zulässig sind, bleiben sie Mängel. Mehrere Langsamfahrstrecken, Engpässe und Gefahrenstellen werden in Kauf genommen, nur weil es Ministerpräsident Oettinger und Oberbürgermeister Schuster an Mut fehlt, diese Fehler einzugestehen.“
Für uns Gegner des Projekts, die allesamt leidenschaftliche Kämpfer für mehr Zugverkehr sind, ist es kein Trost, aber Beweis, dass wir richtig liegen. Inzwischen bestreitet die Landesregierung nicht mehr, dass S 21 teurer wird. Die erste Nachzahlungsrate wurde heute verteilt, und es wird nicht die letzte bleiben.
Das Ergebnis dieser Sturköpfigkeit zahlen Steuerzahler und Bahnkunde. Die Bahn erhöht die Preise, und das Land muss mehr an die Bahn zahlen. Weil die Trassenpreise und Bahnhofshaltegebühren durch S 21 deutlich teurer werden, wird das Land mehr Geld für gleiche Leistung aufbringen müssen. Es bleibt dabei: S 21 ist am Prellbock angelangt. Besteigen wir einen neuen Zug.“