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  1.  Pressemitteilung

Stuttgart 21

19. August 2008

Werner Wölfle: Stuttgart 21 am Prellbock angelangt

Wölfle, Werner

„Stuttgart  21 bleibt ein Projekt aus dem letzten Jahrhundert. Es ist unwirtschaftlich, es ist  zu teuer und es ist mit zahllosen Mängeln behaftet. Ohne das Gutachten von Vieregg-Rössler wüssten wir und wüsste die Öffentlichkeit bis heute noch nichts von den Kostensteigerungen in dreistelliger Millionenhöhe aus dem Munde Oettingers“, so der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Landtag Werner Wölfle zu den Einlassungen von Bahn und Landesregierung auf das Gutachten der Stuttgart 21-Gegner. „Die Schwächen dieses Projektes werden eben erst bei genauem Hinsehen erkennbar und nicht in den oberflächlichen  Hochglanzbroschüren. Da hilft auch kein Gesundbeten. Und die zentrale Investition in die Zukunft des Landes ist die Investition in die Köpfe unserer Kinder, in Schule und Hochschule, und nicht in Tunnels und das Vergraben von Bahnhöfen.“
Alle Bahnhofprojekte in Deutschland mit dem Modernität verheißenden Zusatz ‚21’ wie in Köln, Frankfurt oder München, die als Jahrhundertprojekte starteten, seien inzwischen beerdigt worden, so Wölfle weiter. Nur die Landesregierung in Baden-Württemberg klebe weiter unbelehrbar an diesem Projekt fest. Wölfle: „Die betrieblichen Mängel des Projektes, die die Gutachter Vieregg-Rössler letzte Woche nochmals eindrücklich nachgewiesen haben, beweisen, dass S 21 nicht nur unverantwortlich teuer, sondern vor allem auch verkehrlich eher von Nachteil ist. Selbst wenn manche dieser Mängel  planfestgestellt und damit rechtlich zulässig sind, bleiben sie  Mängel. Mehrere Langsamfahrstrecken, Engpässe und Gefahrenstellen werden in Kauf genommen,  nur weil es Ministerpräsident Oettinger und Oberbürgermeister Schuster an Mut fehlt, diese Fehler einzugestehen.“
Für uns Gegner des Projekts, die allesamt leidenschaftliche Kämpfer für mehr   Zugverkehr sind,  ist es kein Trost, aber Beweis, dass wir richtig liegen. Inzwischen  bestreitet die Landesregierung nicht mehr, dass S 21 teurer wird. Die erste  Nachzahlungsrate wurde heute verteilt, und es wird nicht die letzte bleiben.
Das Ergebnis dieser Sturköpfigkeit zahlen Steuerzahler und Bahnkunde. Die Bahn erhöht die Preise, und das Land muss mehr an die Bahn zahlen. Weil die Trassenpreise und Bahnhofshaltegebühren durch S 21 deutlich teurer werden, wird das Land mehr Geld für gleiche Leistung aufbringen müssen. Es bleibt dabei: S 21 ist am Prellbock  angelangt. Besteigen wir einen neuen Zug.“

 

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