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Bis vorgestern war der Tunnelbahnhof Stuttgart 21 das ‚am besten geplante und durchgerechnete Projekt der Bahn AG in Baden-Württemberg’. Ausgelöst durch das von BUND und Grünen in Auftrag gegebene Gutachten „Ermittlung der wahrscheinlichen Kosten des Projekts Stuttgart 21“, das Gesamtkosten von 6,9 Milliarden Euro (Preissteigerung 2,0% pro Jahr) bis 8,7 Milliarden Euro (Preissteigerung 5,5 % pro Jahr) prognostiziert, sah sich die Landesregierung jetzt erstmals gezwungen, einzugestehen, dass Mehrkosten drohen.
Werner Wölfle, verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Landtag: „Damit ist der Damm gebrochen. Jetzt steht zu befürchten, dass die Landesregierung scheibchenweise immer höhere Mehrkosten veröffentlichen muss.“
Kein Verständnis kann Wölfle für den Fraktionsvorsitzenden der SPD aufbringen, der jetzt sofort die Forderung erhebt, alle Partner müssten nachlegen. Wölfle: „Die öffentlichen Kassen, besonders das Land und die Stadt Stuttgart, müssen bereits jetzt den Hauptteil der Bahn-Aufgabe finanzieren. Die Grünen werden weitere öffentlichen Mittel für Stuttgart 21 ablehnen.“ Zusätzlich würde Drexler auch falsch rechnen: „Selbst Innenminister Rech geht von einer höheren Inflationsrate von 2,8 Prozent aus. Zudem rechnet Drexler nur bis 2010: Da ist Stuttgart 21 noch nicht einmal im Bau.“ Die Grünen fordern weiterhin die Offenlegung der Bahn-Kalkulation. Werner Wölfle: „Keine Milliarden für ein schlechtes Projekt!“