Fraktion GRÜNE im Landtag von Baden-Württemberg

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  1.  Pressemitteilung

Schloss Salem

29. Juli 2008

Jürgen Walter (Grüne): Auch für Adel gilt: Der Pelz wird beim Waschen nass

Glaubwürdigkeit des Hauses Baden erschüttert

Walter, Jürgen

Monatelang hat das Haus Baden der Landesregierung und dem Landtag die Pistole auf die Brust gesetzt, der Prinz von Baden hatte immer wieder behauptet, Ende 2007 würden die Banken ihre Kredite aufkündigen. Ein halbes Jahr später ist davon nicht mehr die Rede.
Im Gegenteil: Ein von der Landesregierung in Auftrag gegebenes Gutachten hatte ergeben, dass das Haus Baden im Besitz von Kunstgegenständen im Wert von ca. 6 Millionen Euro sei, das Land wollte kaufen, das Haus Baden lehnte ab. „Ganz so schlimm kann also die finanzielle Situation des Hauses Baden nicht sein“, sagte der kulturpolitische Sprecher der Grünen im Landtag Jürgen Walter.
In dieses Bild passt es, dass der Hausherr von Schloss Salem sich standhaft weigert, an der Erstellung eines Gutachtens zur Feststellung des Verkehrswertes mitzuarbeiten, doch nur so könne nach Auskunft der Landesregierung die entsprechenden Ausgangswerte erfasst werden. Das ergab die Antwort von Finanzminister Willi Stächele auf eine Kleine Anfrage von Jürgen Walter. „Das Haus Baden befürchtet wohl, dass die aufgerufenen Preise von ca. 40 Millionen Euro sich pulverisieren würden“, glaubt Jürgen Walter.
Es scheint so, als ob das Haus Baden das Geld vom Land entgegen nehmen, aber trotzdem weiterhin gerne Schloss Salem besitzen würde. „Aber auch für Adlige gilt in einer Republik, dass der Pelz beim Waschen nass wird“, erklärte Walter. Des Weiteren habe das Haus Baden immer noch nicht, die für die Dachsanierung bereit gestellten Gelder abberufen. Die Landesregierung schließt nicht aus, dass dadurch weitere Schäden an dem denkmalgeschützten Haus entstehen könnten. „Das Verhalten ist nicht  akzeptabel“, so Walter, „und damit ist die Glaubwürdigkeit des Hauses Baden gegenüber der Landespolitik und der Öffentlichkeit zutiefst erschüttert.“

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