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  1.  Pressemitteilung

Bildungsoffensive

14. Juli 2008

Schulentwicklung und „Bildungsoffensive“: Schulentwicklung muss Teil der kommunalen Aufgaben werden

Renate Rastätter: „Man kann nur mit den Eltern und mit den Kommunen Neues schaffen, nicht gegen sie“

Rastätter, Renate-neu

Den Kommunen wird in der Weiterentwicklung des Bildungswesens nach Auffassung der schulpolitischen Sprecherin der Grünen Renate Rastätter eine aktive und entscheidende Rolle zukommen. „Die Streit in der Koalition um die Zukunft der Hauptschulen, der Schließung von Schulen oder Zusammenlegung mit dem Ziel, grundsätzlich nur noch zweizügige Schulen zuzulassen, vernachlässigt diese wichtige Zukunftsaufgabe für die Kommunen“, sagte Renate Rastätter. Entscheidungen über Schulstandorte sind nicht nur gesetzliche Aufgabe der Kommunen, sie müssen auch auf Grund des Drucks von Elternseite und der demografischen Entwicklung in die Schulentwicklung selbst eingreifen können. Rastätter: „Neue Schulmodelle stehen deshalb ganz oben auf der Agenda der Kommunen – die zahlreichen kommunalen Anträge, integrative Modelle einrichten zu können, beweisen die kreative Kraft, die hier am Wirken ist. Diese Kreativität gilt es zu nutzen und nicht abzublocken.“
Rastätter plädierte dafür, die gesetzlichen Grundlagen so zu ändern, dass die Schulversuche vor Ort mit zum Teil neuen pädagogischen Konzepten zugelassen werden. Rastätter: „Wir müssen das dreigliedrige Schulwesen gar nicht über Bord werfen: Werden Modellversuche zur Schulentwicklung rechtlich zugelassen, wird das Schulgesetz um die Möglichkeit neuer integrativer Schulformen erweitert, entwickelt sich das Schulwesen ganz von alleine und ganz allmählich zu einem zukunftsfähigen Schulsystem weiter. Und zwar beginnend dort, wo die Not am größten ist.“
Mit der Zusammenlegung von Hauptschulen würde weder an der „Abstimmung mit den Füßen“ etwas geändert noch könnten so Schulstandorte erhalten bleiben. „Der Prozess der Veränderung des Schulwesens beginnt in den Kommunen und Kreisen. Er wird getragen von dem Willen der Eltern für eine qualitativ hohe Bildung für ihre Kinder und von den Kommunen, die sonst ihre Schulstandorte gefährdet sehen. Ziel muss es sein, das Engagement der Eltern, den Willen der Kommunen und die Bildungspolitik des Landes zusammenzubringen. Dabei kann die Entwicklung von attraktiven Schulstandorten unterstützt werden durch die Aufhebung der Schulbezirksgrenzen und die Abschaffung der Verpflichtenden Grundschulempfehlung. Man kann nur mit den Eltern und mit den Kommunen Neues schaffen, nicht gegen sie.“
Rastätters Fazit: „Das bestehende Schulgesetz gibt keine Antworten mehr auf die reale Bildungssituation im Lande, und weder mehr Geld noch mehr Lehrer kann an der Tatsache etwas ändern, dass die Strukturen selbst nicht mehr stimmen. Jede Bildungsoffensive, die über die Veränderung der Schulstruktur Denkverbote stülpt, ist daher zum scheitern verurteilt.“

 

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