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  1.  Pressemitteilung

Atomenergie

7. Juli 2008

Debatte um Laufzeitverlängerung von AKW: Atomstrom - weder preisgünstig noch klimarettend

Franz Untersteller: Stromkunden werden bei Laufzeitverlängerungen leer ausgehen

Untersteller, Franz

In der von interessierten Kreisen aus Energiewirtschaft und CDU erneut entfachten Debatte um eine Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken wies der energiepolitische Sprecher der Grünen im Landtag Franz Untersteller darauf hin, dass der Atomkraft energiepolitische und klimapolitische Qualitäten angedichtet werden, die – so Untersteller – „nichts anderes sind als ein Popanz“. „Atomkraft taugt nicht als Klimaretter, und billig ist sie nachgewiesenermaßen auch nicht“, sagte Untersteller.
Alle 439 weltweit laufenden AKW erzeugten gerade einmal 2,5 Prozent des globalen Energieverbrauchs. Selbst die Horrorvorstellung einer Verdoppelung der AKW würde also nicht wesentlich zur Problemlösung beitragen. „Preise und Gewinne bei den Energiekonzernen explodieren, und zwar insbesondere bei denen, die am meisten Atomstrom haben. Die EnBW hat beispielsweise ihren ‚Komfort-Tarif’ seit 2000 um sage und schreibe 62 Prozent erhöht. Nicht gerade ein gutes Argument für den angeblich so billigen Atomstrom.“
Bei einer Verlängerung der Laufzeiten der 17 deutschen Atomkraftwerke um zehn Jahre könnten die vier marktbeherrschenden Energiekonzerne mit einem Mehrertrag von mindestens 30 Milliarden Euro rechnen. „Davon kommt nichts beim Verbraucher an. Für die Laufzeitverlängerung ist weder die günstigen Preise noch die Klimafreundlichkeit das Motiv. EON, RWE, EnBW und Co. haben drei Gründe, längere Laufzeiten für ihre AKW zu fordern: Geld, Geld und nochmals Geld. Wer glaubt, er könne für Laufzeitverlängerungen bei den Konzernen Gegenleistungen erwarten wie Preissenkungen oder Investition der Gewinne in regenerative Energien, täuscht sich gewaltig. Es gibt keinen Merkel-Rabatt, keinen Klimarabatt und schon gar keinen Verbraucher-Rabatt von den Energiekonzernen.“

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