
NR. 175/2008
Datum: 6. Juni 2008

Reinhold Pix hat die Landesregierung aufgefordert zu verhindern, dass der Berufstand der Milchbauern verschwindet: "Die Milchbauern in den Mittelgebirgslagen, hier insbesondere in den Höhenlagen des Schwarzwaldes, sind massiv in ihrer Existenz gefährdet", so Reinhold Pix von der grünen Landtagsfraktion und Mitglied im Ausschuss für Ländlichen Raum des Landtages.
Pix: "Die derzeit absehbare Erhöhung der Milchpreise um 10 Cent durch einige wichtige Discounter begrüßen wir ausdrücklich: Faire Preise muss es auch für deutsche Bauern geben. Was aber fehlt, ist eine dauerhafte Perspektive zur Existenzsicherung. Denn keiner weiß, wie lange der Lebensmitteleinzelhandel sich daran gebunden fühlt. Die Politik muss daher für verlässliche Rahmenbedingungen sorgen."
Nach Ansicht der Grünen muss die geplante Abschaffung der Milchquote durch die EU daher zwingend und so schnell wie möglich durch das Land mit einem "Rettungsprogramm Milchbauern" vorbereitet und begleitet werden. Dazu gehört die Neugestaltung der Agrarumweltprogramme, die professionelle Bewerbung von Milch aus Höhenlagen durch die Marketinggesellschaft Baden-Württemberg (MBW) und eine gezielte Förderung des Bio-Landbaus. "Das Land hat die Förderung der Steillagenwirtschaft gekürzt - auch das muss Minister unbedingt rückgängig machen", fordert Pix.
Die bestehende Milchquote soll nach Vorstellungen der EU-Kommission bis zum Jahr 2015 abgeschafft werden. Minister Hauk nennt die Milchquote "den letzten Hauch von Sozialismus in der EU" und will dafür sorgen, dass der Milchmarkt sich durch "das freie Spiel der Kräfte reguliert. Pix: "Das ist eine völlige Verkennung der Interessen unserer Landwirte und unseres Landes." Die Aufhebung der Quotierung würde – so Pix - zu einer Vergrößerung der Milchmenge in der EU führen. Durch die völlige Liberalisierung des Milchmarktes wie von Hauk gefordert drohe der Milchpreis sogar auf das Weltmarktniveau abzusinken. "Wer das in Kauf nimmt oder gar fordert und fördert, ist dafür verantwortlich, dass viele Betriebe, gerade in unseren sensiblen Bergregionen, nicht mehr kostendeckend wirtschaften können und aufgeben müssen."
"Sollten die Milchbauern mit ihrer Grünlandnutzung ihren Beruf nicht mehr ausüben können, hätte das auch gravierenden Einfluss auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung in unserem Land: Die Milchbauern in unseren Mittelgebirgslagen sind ein entscheidendes Bindeglied zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus - ohne sie wäre der Tourismus in Schwarzwald, Schwäbischer Alb und im Allgäu nur die Hälfte wert", so Pix.