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Als „Bankrotterklärung“ hat der agrarpolitische Sprecher der Landtagsgrünen, Dr. Bernd Murschel, die Antwort des Landwirtschaftsministeriums auf eine Anfrage zum Bienensterben gewertet. Der Agrarminister weise alle Schuld von sich und verschanze sich hinter dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit und dem Bundesinstitut für Risikobewertung. Ebenso wenig bestehe eine Gefahr für die Bevölkerung und die Landwirte, teile das Ministerium mit.
„Bereits vor drei Wochen haben wir das Ministerium aufgefordert, sich beim Bund für einen Stopp der Zulassung des hochgiftigen Clothianidin inzusetzen. Passiert ist nichts. Inzwischen handeln die Bundesbehörden und das Bundesministerium, während der Agrarminister des zuständigen Bundeslandes im Dornröschenschlaf verweilt“, moniert Murschel.
„Der Landwirtschaftsminister macht es sich zu einfach, wenn er alle Verantwortung von sich weist. Denn es war das Land, das in den Kreisen Lörrach und Ortenau die Beizung des Mais-Saatgutes per Allgemeinverfügung gefordert und für andere Kreise dringend empfohlen hat. Damit steht der Minister persönlich in der Verantwortung. Herr Hauk hofft wohl, dass das Bienensterben aus den Medien verschwindet und am Ende es gar keine Schuldigen mehr gibt“, so Murschel. „Wir erwarten von einem Verbraucher- und Landwirtschaftsminister dass er die Imker unterstützt und sich gegen die Anwendung hochgradig giftige Substanzen ausspricht.“ Stattdessen zeige Hauk keinen Funken von Einsicht, propagiere die Maismonokulturen als Fortschritt und sehe keine Notwendigkeit auch nur einen Deut an der verfehlten Agrarpolitik zu ändern.
„Herr Hauk lässt nicht nur die Imker im Regen stehen, sondern wird auch zum Risiko für die Landwirte, die den Anweisungen der Behörden gefolgt sind und gebeiztes Saatgut ausgebracht haben“, betont Murschel.
Kritik übt Murschel auch am Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: „Die haben 2004 das Mittel Poncho mit dem Wirkstoff Clothianidin zur Saatgutbehandlung zugelassen, gleichzeitig aber festgestellt, dass Clothianidin für Honigbienen sehr toxisch ist. Das zeigt, dass der Einfluss von Chemiefirmen wie Bayer in die Politik sowohl auf Bundesebene wie auf Landesebene entschieden zu groß ist.“
Murschel weist darüber hinaus darauf hin, dass mit der noch folgenden Maisblüte weitere Vergiftungen der bereits geschwächten Bienenvölker und der derzeit gefütterten Jungbienen zu befürchten sind. „Die Imker bezeichnen ihre eigenen Bienenstöcke inzwischen als tickende Zeitbomben. Da die Bienen im Verlauf des Sommers große Mengen an Pollen in die Bienenstöcke eintragen werden, besteht die Gefahr weiterer großer Winterverluste. Der unverantwortliche Einsatz von Pestiziden wird uns also noch lange verfolgen – ein weiterer Grund, sich für eine viel tärkere Förderung des Bio-Landbaus einzusetzen“, so Murschel.
Nach neuesten Meldungen, die den Grünen vorliegen, gibt es nun auch in Württemberg erste „unerklärliche“ Verluste von Bienenvölkern.