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Die Grünen im Landtag sehen in der Einführung der Kompetenzanalyse in den Haupt- und Sonderschulen einen richtigen Schritt, denn nur auf der Basis einer umfassenden Analyse der Stärken und Schwächen kann ein maßgeschneidertes individuelles Förderkonzept und eine bessere berufliche Orientierung für jeden einzelnen Schüler entwickelt werden.
„Dieses neue Förderinstrument darf aber auf keinen Fall zu einer erneuten Selektion der Schülerinnen und Schüler nach der 7. Klasse führen“, fordert die schulpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag Renate Rastätter. Genau dies beabsichtige die Landesregierung mit ihrem neuen Stärkungsprogramm für die Hauptschule. Nach der 7. Klasse sollen die Schülerinnen auf der Basis der Kompetenzanalyse in einen zweijährigen Praxiszug und in einen dreijährigen Werkrealzug neu sortiert werden. Der Selektionsdruck, dem gerade diese Schülerinnen und Schülerinnen in der Grundschule ausgesetzt waren, wiederhole sich dadurch und führe erneut zu Stress und Belastung. Die Grünen fordern deshalb statt Trennung der Schülerinnen und Schüler nach der 7. Klasse in eigenständige Züge die Einführung individueller Förderkonzepte unter Einbeziehung von betrieblichen Praktika für einzelne Schülerinnen und Schüler.
Aus pädagogischer Sicht gebe es nach Auffassung von Frau Rastätter ohnehin keinen Grund, die Kompetenzanalyse auf die Haupt- und Sonderschulen zu beschränken. „Die neuen standardbasierten Bildungspläne schreiben keinen Lernstoff mehr vor, sondern zu erwerbende Kompetenzen. Daraus ergeben sich logischerweise Kompetenzanalysen für aller Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe I.“ Nach Auffassung der Landtagsgrünen soll, nach einer Erprobung des derzeitigen Pilotprojekts an den Haupt- und Sonderschulen, die Kompetenzanalyse deshalb schrittweise für alle Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe I ausgeweitet werden.
„Die Hoffungen der Landesregierung, mit der Einführung der Kompetenzanalyse die Hauptschule zu retten, werden sich jedenfalls nicht erfüllen. Die Abstimmung mit den Füßen wird nicht aufgehalten werden können, genau so wenig wie der demografisch bedingte Druck von unten auf Zulassung und Erprobung neuer integrativer Schulmodelle“, zeigt sich Frau Rastätter sicher. „Auch deshalb ist es wichtig, klar zu stellen, dass die Kompetenzanalyse keinesfalls nur Sinn für die Schulformen Hauptschule und Sonderschule macht, sondern für alle Schülerinnen und Schüler eingeführt werden muss.“