Fraktion GRÜNE im Landtag von Baden-Württemberg

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  1.  Pressemitteilung

Bienensterben

6. Mai 2008

Massensterben von Honigbienen erfordert Neuausrichtung der Agrarpolitik

MdL Dr. Bernd Murschel: „Landwirtschaftsminister Hauk muss schnell aufklären und die Imker unterstützen“

Murschel, Bernd

Die Landwirtschaftspolitik in Baden-Württemberg bedroht die Existenz der Imker. Grund ist der Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen und hochgiftiger Agrarchemikalien. Im aktuellen Fall kommt es seit einer Woche entlang der Rheinschiene zu einem Massensterben von Honigbienen, berichtet der Landesverband der Badischen Imker. Ein Grund für die Bienenvergiftungen könnte in dem Einsatz des Pestizids Poncho Pro bzw. dessen Wirkstoff Clothianidin liegen. Dieses Mittel wird derzeit erstmalig zur Beizung des Maissaatgutes eingesetzt. Die Verbreitung des hochtoxischen Mittels erfolgt bei der Aussaat und verbreitet das Gift in einer Feinstaubwolke auch auf benachbarte Pflanzen wie zum Beispiel Raps. Die Bienen sammeln den kontaminierten Blütenstaub und Nektar und tragen das tödliche Gift in das Bienenvolk. „Solange auch nur die geringste Spur eines Verdachts besteht, dass das mit dem hochtoxischen Nervengift Clothianidin gebeizte Maissaatgut für das Massensterben von Honigbienenvölkern verantwortlich ist, muss der Agrarminister umgehend handeln und auf die Nichtverwendung dieses Mittels drängen“ fordert Murschel.
Die Grünen im Landtag verlangen nun in einem parlamentarischen Antrag die lückenlose Aufklärung dieses Vorfalls. Erst vor wenigen Tagen hatte die Weltbank in ihrem Weltagrarbericht auf die zunehmend negativen Auswirkungen der industrialisierten Landwirtschaft auf die Artenvielfalt, die Insekten und die Böden hingewiesen und eine radikale Umkehr in der Agrarpolitik gefordert.

 

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